38 Tonnen schwere Planierraupe ist neue SASE-Attraktion
06.11.2007 | 17:32 Uhr 2007-11-06T17:32:00+0100
Iserlohn. Eine 1956 gebaute 38 Tonnen schwere Caterpillar-Planierraupe ist die jüngste Attraktion der SASE-Ausstellung, der "Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgung".
Geduld ist eine Eigenschaft, die heutigen Generationen vielfach abgesprochen wird. Beeindruckende Geduld zeigte am Dienstag aber Hans-Jürgen Hübner. Seine Aufgabe war es, die jüngste Attraktion der SASE-Ausstellung in Bewegung zu setzen: Eine 1956 gebaute 38 Tonnen schwere Caterpillar-Planierraupe.
Unter den Augen unter anderem eines WDR-Kamerateams wollte das gute Stück einfach nicht so, wie es sollte. Einfach den Schlüssel rumdrehen, damit lässt sich der 320 PS starke Diesel mit 24 Litern Hubraum nicht starten. Zunächst muss ein benzingetriebener Hilfsmotor auf Touren gebracht werden, der dann das eigentliche Hauptaggregat in Gang setzt. Lange Zeit lief der Hilfsmotor trotz unzähliger Versuche nicht rund, dann wollte der Diesel nicht. Und als nach einer halben Stunde endlich der Diesel lief, ließ sich kein Gang einlegen. Motor aus, das Spiel ging von vorne los. Schließlich setzte sich das stählerne Ungetüm dann aber für die letzten 15 Meter seines langen Berufslebens in Bewegung, um auf einer kleinen Schlackenhalde auf dem SASE-Gelände positioniert zu werden.
Das erwähnte lange Berufsleben verbrachte die Caterpillar D9 der Dortmunder Brühne-Gruppe auf diversen Schlackenhalden im Ruhrgebiet. Mit ihren drei mächtigen Aufreißzähnen brach sie dabei die Schlacke in große Brocken, die dann weiterverarbeitet werden konnten - zu begehrtem Straßenbau-Material. „Der Markt kannte schon Wiederverwertung, als das politisch noch kein großes Thema war”, meinte dazu SASE-Geschäftsführer Hans-Günther Kerstan. Und über den Begriff „Wiederverwertung” ist dann auch erklärt, warum die Planierraupe, seinerzeit eine der größten in Europa, als ursprüngliches Baugerät Platz in der Iserlohner „Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgung” gefunden hat.
Bis in die 80er Jahre war die D9 im täglichen Einsatz, berichtet Firmenchef Heinrich Brühne. 1999 zum 100-jährigen Firmenjubiläum der Brühne-Gruppe wurde sie dann restauriert - von Hans-Jürgen Hübner. Und es darf wohl vermutet werden, dass der Brühne-Mitarbeiter damals schon die gleiche Geduld hatte, wie gestern.
Die Idee lag ja nahe, die Planierraupe auf der eingangs erwähnten kleinen Schlackenhalde zu platzieren. Aber woher dass immer seltener werdende Nebenprodukt aus der Roheisen-Erzeugung hernehmen? Kerstan fand Unterstützung in Duisburg. Jutta Müller von „ThyssenKrupp Steel” sorgte für eine entsprechende Lieferung, so dass sich die D9 nun wieder ganz wie zuhause fühlt.
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