187 Schwimmer legen 977,8 Kilometer zurück

Das  Schwimmen in der Nacht ist immer ein besonderes Erlebnis, allerdings dürfen Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren zwischen 22 und 6 Uhr aus Jugendschutzgründen nicht ins Wasser.
Das Schwimmen in der Nacht ist immer ein besonderes Erlebnis, allerdings dürfen Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren zwischen 22 und 6 Uhr aus Jugendschutzgründen nicht ins Wasser.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Lag es am neuen Termin (Juni statt August), der sich erst noch rumsprechen muss? Trotz einer tollen Organisation durch die ISSV-Jugend und nahezu perfekter äußerer Bedingungen verzeichnete das 21. Sparkassen-24-Stunden-Schwimmen im Schleddenhof mit 187 Teilnehmern die drittniedrigste Beteiligung in seiner Geschichte.

Auch die Zahl der Besucher am Beckenrand hielt sich in sehr überschaubaren Grenzen. Und das obwohl ein Rahmenprogramm unter anderem mit Mitmachzirkus, Schnuppertauchen und am Samstagabend mit Live-Musik von „Fireball“ geboten wurde.

Neben sportlichen Höchstleistungen (insgesamt wurden 977,8 Kilometer gezählt) gab es bei den Männern einen sehr spannenden Kampf um den Sieg: Erst in den letzten zehn Minuten überholte Ralf Höbrink (50) vom I 95 Ulli Makowski (59, ISSV) und lag am Ende mit 31,2 Kilometern nur 100 Meter vor ihm. Bei den Frauen verteidigte die 16-jährige Anna Sinjakow (I 95) mit 30,3 Kilometern ihren Vorjahressieg.

30 Kilometer, oder anderes ausgedrückt 600 Bahnen, hatte sich Anna Sinjakow für dieses Mal vorgenommen, nachdem sie im letzten Jahr 36 Kilometer zurückgelegt hatte. „Wäre es für den Sieg nötig geworden, wäre ich auch 40 Kilometer geschwommen“, sagt die Gesamtschülerin, die gerade ihren Realschulabschluss mit einem Schnitt von 1,3 gemacht hat und jetzt noch die Oberstufe am Nußberg besucht. Ab Samstagnachmittag hat sie immer nach zwei Stunden im Wasser eine Stunde Pause gemacht. Gerne wäre die Schwimmerin der Startgemeinschaft Wassersport Iserlohn, die zudem Wasserball beim Hohenlimburger SV spielt, auch noch bis Mitternacht geschwommen („Dann wären auch die 40 Kilometer drin gewesen.“), doch für alle unter 17 Jahren galt wieder aus Jugendschutzgründen das Nachtschwimmverbot zwischen 22 und 6 Uhr .

1466,70 Euro für guten Zweck und die teilnehmenden Vereine

„Pünktlich kamen sie dann alle aus den Zelten und wollten wieder ins Wasser“, berichtete ISSV-Jugendwart und Chef-Organisator Adrian Raabe. Auch Anna steigerte dann im einstündigen Wechsel zwischen Schwimmen und Ausruhen wieder kontinuierlich ihr Bahnenkonto. Mit Bananen, Schokobrötchen und allem, was viel Magnesium für die Muskeln enthält, hielt sie sich fit.

Auf viel Trinken und ein zusätzliches Müsli setzte indes Ralf Höbrink. „Ansonsten habe ich ganz normal gegessen.“ Und zwar zuhause, denn da auch sein 15-jähriger Sohn Nils mit an den Start gegangen war (der letztlich mit 18 Kilometern Zweiter bei den 13- bis 16-Jährigen wurde), fuhr der Angestellte der Agentur für Arbeit nach 13 Kilometern mit ihm am Samstagabend heim. Nachdem Höbrink, der früher Schwimmer und Wasserballer in Hohenlimburg war, 2014 mit 30,2 Kilometern seine Altersklasse gewonnen hatte, standen auch diesmal mindestens 600 Bahnen auf dem Plan des 50-Jährigen, und so stieg er gestern um 8 Uhr wieder in den Wettbewerb ein. Da war sein schärfster Konkurrent um den Gesamtsieg, Ulli Makowski, bereits seit einer Stunde wieder im Wasser, nachdem der 59-Jährige bis 23 Uhr noch einen drei Kilometer-Vorsprung herausgeschwommen hatte. Der schmolz aber in den folgenden Stunden immer weiter dahin bis zum spannenden Show-down. Makowski sah den knapp verlorenen Sieg aber ganz sportlich und freute sich als alter ISSVler so viel für die Kasse der Jugend getan zu haben.

Denn die 1,50 Euro, die es von Sponsoren pro Kilometer gibt, insgesamt also 1466,70 Euro, werden außer für den diesjährigen guten Zweck, die Förderung des Behindertensports in Iserlohn, wieder unter den teilnehmenden Vereinen je nach Gesamtleistung aufgeteilt. Auch Joachim Eisenhardt „spendete“ seine fünf Kilometer dem ISSV, auch wenn er selber kein Mitglied ist. Der gebürtige Iserlohner wurde aber gestern als Teilnehmer mit der weitesten Anreise (ca. 400 Kilometer aus Itzehoe) ausgezeichnet, ebenso wie die älteste Teilnehmerin, die 82-jährige Eva Kieslich, die 200 Meter geschwommen ist, und der erneut jüngste, Theo Hennecke (5), der 300 Meter zurückgelegt hat.