18 Musiker auf sieben Bühnen

Prof. Thomas Kirchhoff (l.) und Gerd Schäfer machen auch in diesem Jahr wieder gemeinsame Sache.
Prof. Thomas Kirchhoff (l.) und Gerd Schäfer machen auch in diesem Jahr wieder gemeinsame Sache.
Foto: IKZ
„Draht-Saiten-Akt“ lockt im September mit weit mehr als Klassik nach Barendorf.

Iserlohn..  Als Gerd Schäfer, Leiter der städtischen Museen, und der international bekannte Prof. Thomas Kirchhoff vor etwa zehn Jahren überlegt hatten, wie ein klassisches Musikangebot in der Fabrikanlage Maste-Barendorf etabliert werden könnte, wurden sie sich schnell einig. Jedoch nur unter einer Voraussetzung: Die Reihe muss mindestens fünf Jahre laufen. Dass sie nun den mittlerweile neunten „Draht-Saiten-Akt“, der am 13. September über sieben Bühnen gehen wird, ankündigen können, freut Musiker und Museums-Chef gleichermaßen.

Zuhörer sollten mobilund spontan sein

Auch diesmal gelten für die Besucher folgende Spielregeln: Sie sollten mobil und unternehmungslustig sein, sich immer wieder neu auf die verschiedenen Orte des Geschehens verteilen und nicht böse sein, wenn einmal kein freier Platz mehr zu finden ist. Die jeweils 30-minütigen Konzerte von insgesamt 18 Musikern laufen parallel, zwischendurch gibt es 15 Minuten Pause. Wenn ein Auftritt begonnen hat, sollte auf ein „raus und rein“ im Sinne von Zuhörern und Akteuren gleichermaßen verzichtet werden.

Obwohl der „Draht-Saiten-Akt“ den Untertitel Klassik-Fest trägt, bietet die vierstündige Veranstaltung aber auch Weltmusik, Latino-Rhythmen, jiddische Lieder und original barocke Musik. Mit dabei sind in diesem Jahr und zu den „Wiederholungstätern“ der Reihe gehörend: das Amadeus Guitar Duo (Organisator Dr. Thomas Kirchhoff und Dale Kavanagh mit romantischer Gitarrenmusik), Miroslav Tybora solo am Akkordeon, das Streichquartett Les Sirénes mit einem Repertoire von Klassik bis Crossover, Hanna Rabe mit klassischer Musik für Harfe, und Gabor Antalffy solo am Cembalo.

Zu den besonderen Darbietungen, so Kirchhoff, werden die Konzerte von Manuel und Leopoldo Lipstein an Cello und Klavier gehören. Der erst 14-jährige Manuel gilt als Wunderkind und hat sich bereits vor zwei Jahren in Iserlohn präsentiert. Neu beim „Draht-Saiten-Akt“ sind Inna Kogan (Violine) und Helen Blau (Klavier), die als Duo Kogan-Blau auftreten. Bronka Schorikova (Cymbal/Hackbrett) und Gitarrist Vladislav Blaha bilden das Duo Terspichore, das ebenfalls in Barendorf Premiere feiern wird.

Während des Nachmittagswerden alle zu einer Familie

Wie immer wird das Publikum die Qual der Wahl haben, da die Konzerte parallel laufen. „Es ist schon schön, die Zuhörer zu beobachten: Meist kennen sie sich nicht, geben sich aber im Laufe des Nachmittags Tipps, wen sie schon gesehen haben oder was sie unbedingt noch hören möchten“, so Kirchhoff, der sich ebenso freut, wie engagiert sich Besucher zeigen, wenn sie den Musikern beim Transport der teils schweren Ins­trumente von einem Spielort zum nächsten helfen.

Stichwort Spielorte: Hier gilt der große Dank aller Akteure den Barendorf-Künstlern Konrad Horsch, Gisbert Körner, Brigitte Felician Siebrecht und K.L.Pempeit, die für einen Tag ihre Ateliers räumen. Dass die ganz besondere Atmosphäre der historischen Fabrik­anlage und das „Draht-Saiten-Akt“-Konzept längst über Iserlohner Grenzen hinaus bekannt und beliebt sind, zeigen die aus dem Ruhrgebiet, dem Münsterland und dem Kölner Raum anreisenden Gäste.

Und wenn sich dann noch der Kreis zwischen Industrie- und Eventkultur schließt, wie Gerd Schäfer mit dem Hinweis auf die Zugehörigkeit des Klassikfestes zur Reihe „Live in den Fabrikskes“ unterstreicht, dann ist die Sache rund.