159 neue Anzeigen gegen Schwarzarbeiter

Ordnungsdezernent Klaus-Peter Knops und Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens stellten den Tätigkeitsberichtes 2014 des Bereiches Wirtschaftsdelikte vor.
Ordnungsdezernent Klaus-Peter Knops und Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens stellten den Tätigkeitsberichtes 2014 des Bereiches Wirtschaftsdelikte vor.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Schwarzarbeiter richten Schäden in Millionenhöhe an. Den heimischen Unternehmen sind im Jahr 2014 mindestens Umsätze in Höhe 2,7 Millionen Euro entgangen, schätzen die Fahnder aus dem Bereich Wirtschaftsdelikte der Stadt Iserlohn.

Iserlohn..  Viel Anerkennung erntet die fünfköpfige Abteilung Wirtschaftsdelikte für ihren Kampf gegen Schwarzarbeit, weiß Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens aus Kreisen der Kreishandwerkerschaft MK, der Handwerkskammer Südwestfalen und des heimischen Arbeitgeberverbandes. Nicht von ungefähr: Denn der Bereich Wirtschaftsdelikte ist auch im vergangenen Jahr erfolgreich gegen Schwarzarbeit und Leistungsmissbrauch vorgegangen, wie die Verantwortlichen in einer Pressekonferenz ausführten. Für den lokalen Wirtschaftsbereich bedeutet dies, dass diese Maßnahmen zur Schaffung gleicher Wettbewerbsvoraussetzungen als eine Form der Wirtschaftsförderung durchgeführt werden. Gleichzeitig werde ein wichtiger Beitrag zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit geleistet. „Sie leisten eine wichtige und gute Arbeit für unsere Stadt“, lobte Dr. Ahrens das Team unter Leitung von Dezernent Klaus-Peter Knops.

Die städtischen Fahnder gingen im vergangenen Jahr 159 neuen Anzeigen und Hinweisen auf Schwarzarbeit und Sozialleistungsmissbrauch nach und kümmerten sich um 91 Fälle aus dem Vorjahr. „Unserer gesetzestreuen Wirtschaft in Mittelstand und Handwerk“ sind nach Auskunft von Klaus Peter Knops, Leiter des städtischen Ressorts Sicherheit, Bürger, Feuerwehr, mindestens 2,7 Millionen Euro Umsatz durch Schwarzarbeit entgangen. Das ergebe sich aus den abgeschlossenen Ermittlungsverfahren. Er machte unmissverständlich deutlich: „Bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit geht es nicht um die Bekämpfung erlaubter Nachbarschaftshilfe, sondern um rechtswidrige gewerbliche Tätigkeiten.“ Knops erklärte: „Es handelt sich keineswegs um ein Kavaliersdelikt: Sie ruiniert Arbeitsplätze und verursacht enorme finanzielle Schäden bei Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.“

Die verdeckt arbeitenden städtischen Schwarzarbeitsfahnder durchsuchten 27 Wohnungen und Geschäftsräume und beschlagnahmten umfangreiche Geschäftsunterlagen.

Deutlich weniger als in der Vergangenheit zu tun hatten sie bei der Überwachung der Prostitution, weil das Gewerbe in Iserlohn stark rückläufig sei (wie berichtet). Vorwiegend in den Abend- und Nachtstunden kontrollierten sie die fünf bordellähnlichen Betriebe und zwei Fälle von Wohnungsprostitution. Sie überprüften zehn Prostituierte, im Vorjahr waren es noch 41 gewesen. Die Liebesdienerinnen stammten aus Osteuropa, zumeist aus Bulgarien und Rumänien. Seit Anfang 2014 genießen die Staatsangehörigen dieser Länder die volle Freizügigkeit am europäischen Arbeitsmarkt.

Bei 29 Bußgeldverfahren verhängten die Fahnder Bußgelder in Höhe von 216 000 Euro (im Vorjahr waren es 205 000 Euro gewesen). Das ergibt eine Steigerung von mehr als fünf Prozent. Die meisten schwarzen Schafe fanden sich im Baugewerbe: Ein Viertel entfiel auf Verputzer und das Stuckateurhandwerk. Maler und Lackierer machten 20 Prozent aus, Maurer und Betonbauer 14 Prozent, wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist.

Dank für effektive und nicht ungefährliche Arbeit

Bis zum Jahresende gingen infolge von Ratenzahlungsvereinbarungen 130 000 Euro bei der Stadtkasse ein. Noch offen sind fällige Ratenzahlungen aus Vorjahren in Höhe von mehr als einer Million Euro. Im vergangenen Jahr erstatteten die Mitarbeiter der Stadt 11 Strafanzeigen wegen Sozialmissbrauch zum Nachteil des Sozial- oder Jugendamtes oder des Jobcenters MK.

Fazit: Bei einem Ermittlungsvolumen von rund 361 000 Euro waren die Rathaus-Ermittler auch 2014 gemeinschaftsdienlich und ökonomisch eingesetzt. „Sie haben ihre Tätigkeit zwar nicht zu 100 Prozent refinanziert, aber zu einem großen Teil“, weiß Bürgermeister und Personaldezernent Dr. Ahrens. Er dankte den Fahndern für diese teilweise nicht ungefährliche Arbeit.