140 Jahre und noch nicht müde

Der Waldstadt-Chor begeisterte zum eigenen Geburtstag mit einem klassisch kirchlichen Programm.
Der Waldstadt-Chor begeisterte zum eigenen Geburtstag mit einem klassisch kirchlichen Programm.
Foto: Annabell Jatzke
Was wir bereits wissen
Der Waldstadt-Chor hatte zum zweiten Geburtstagskonzert in Stadtkirche eingeladen.

Iserlohn..  140 Jahre Chorgeschichte sind eine lange Zeit, gerade in Zeiten des Chorsterbens. Der Waldstadt-Chor Iserlohn, vormals IMGV 1876, hat allem getrotzt und ist auch nach 140 Jahren keineswegs müde. Davon konnten sich jetzt die Zuhörer beim zweiten großen Geburtstagskonzert, zu dem der gemischte Chor am Sonntagabend in die Oberste Stadtkirche eingeladen hatte, überzeugen.

„Zwei Weltkriege und eine große Inflation hat unser Chor überstanden“, fasste der erste Vorsitzende Karl-Heinz Bungardt die Historie zusammen. Dann wünschte er den Gästen, unter ihnen auch Jörg Teckhaus, der Vorsitzende des Kulturausschusses, beste Unterhaltung. Natürlich ließ es sich der Ehrengast nicht nehmen, ein paar Grußworte zu sprechen. Er bezeichnete den Waldstadt-Chor als feste Größe im Iserlohner Kulturleben und lobte das breitgefächerte Repertoire des weltlichen Chors, der sich keiner besonderen Gesangssparte verschrieben hat, sondern unter anderem volkstümliches Liedgut, Evergreens und geistliche Stücke singt.

Für das Geburtstagskonzert, durch das Manfred Danschewitz als Moderator führte, hatte der Chor unter bewährter Leitung von Dirigentin Alma Dauwalter, die seit 14 Jahren den Ton angibt und damit die erste Frau als Chorleiterin in der 140-jährigen Vereinsgeschichte ist, ein klassisch kirchliches Konzertprogramm zusammengestellt.

Gäste aus Oestrich und Letmathe auf der Bühne

Der Waldstadt-Chor als „Geburtstagskind“ präsentierte sein stimmliches Können jedoch nicht alleine. Mit der Chorgemeinschaft des GV Männerchor Oestrich und dem MGV Sängerbund Letmathe wirkte ein weiterer Chor bei dem Konzert mit. Außerdem gab es nach dem ersten Geburtstagskonzert, das bereits im Juni in der evangelischen Jakobuskirche in Kalthof stattfand, ein Wiedersehen mit der Sopranistin Simone Asùa-Honert. Als Pianistin konnte Victoria Ibsch gewonnen werden.

Mit „Dir Herr woll’n wir singen“ in Chorbearbeitung von Franz-Josef Otten machte der gastgebende Waldstadt-Chor den Anfang und unterstrich sogleich das indirekte Motto des fast zweistündigen Konzertes. Ein gesungenes „Vater unser“ im Arrangement von Karl-Heinz Jäger durfte bei dem Konzert in der Obersten Stadtkirche ebenso wenig fehlen wie „Geh mit Gottes Segen“ von Pasquale Thibaut.

Aber auch die Chorgemeinschaft des GV Männerchor Oestrich und dem MGV Sängerbund Letmathe, die ebenfalls von Alma Dauwalter dirigiert wird, hatte klassische kirchliche Lieder für den Auftritt ausgewählt und gab unter anderem „Lobe den Herrn meine Seele“ von Carl Stein und Gerhard Rabe zum Besten. Viel Applaus gab es zudem für die Solistin Simone Asùa-Honert. Sie begeisterte in der gut gefüllten Obersten Stadtkirche unter anderem mit dem „Agnus Dei“ von Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Vivaldis „Domine Deus“. Gemeinsam stimmten alle insgesamt 62 Sänger und Sängerinnen sowie die Zuhörer das bekannte Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“ als krönenden Abschluss des gelungenen Konzertes an.

Drittes Konzert der Reihe findet am 10. Dezember statt

Aller guten Dinge sind drei – dieses Motto gilt auch beim Waldstadt-Chor, der 140 Jahre nach Gründung insgesamt drei Konzerte gibt.

Zu einem weihnachtlichen Konzert lädt der Chor am 10. Dezember um 17 Uhr in die Reformierte Kirche in der Fußgängerzone ein.

Damit der Waldstadt-Chor auch die nächsten zehn Jahre bis zum 150-jährigen Jubiläum schafft, würde sich der Chor über neue Mitstreiter freuen. Die Zeiten, in denen es über 120 singende Mitglieder gab, gehören leider der Vergangenheit an, darum ist jeder, der Freude am Chorgesang und an Geselligkeit hat, die beim Waldstadt-Chor neben dem Gesang sehr groß geschrieben wird, herzlich willkommen.

Geprobt wird immer donnerstags von 19.30 bis 21.30 Uhr im Gesellschaftsraum des Seniorenzentrums Waldstadt.