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Was man über Krähen wissen muss

12.07.2011 | 16:52 Uhr

Holzwickede.Sie besiedeln nicht nur die Bäume in Holzwickede, sie bestimmen auch die Themen im Umweltausschuss. Heute befassen sich Holzwickedes Umweltpolitiker wieder mit den Saatkrähen. Die haben es sich längst an der katholischen Kirche, im Park, am Marktplatz, an der Villa Pfiffikus und inzwischen auch am Schulzentrum gemütlich gemacht.

Jetzt will die Gemeinde die Tiere zumindest vom Markt verscheuchen, in dem sie die Nester aus den Bäumen nimmt. Aber hat das wirklich Erfolg? Experten bezweifeln das. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Saatkrähe.

 

Was kennzeichnet eine Saatkrähe überhaupt?

Die Saatkrähe, übrigens der Vogel des Jahres 1986, hat eine Körperlänge von etwa 46 Zentimetern und wiegt zwischen 400 und 500 Gramm. Sie ist eine naturschutzrechtlich besonders geschützte Tierart und darf deshalb nicht gejagt werden.

Was frisst eine Saatkrähe?

Die Tiere ernähren sich von Samen, Keimlingen, Beeren und Früchten; ergänzt von Regenwürmern, Insekten und deren Larven sowie Schnecken und Mäusen. Singvögel frisst die Krähe, anders als oft behauptet wird, nicht.

 

Wann brütet die Saatkrähe?

Die Saatkrähe ist ein Baumbrüter. Der Nestbau erfolgt meistens im März. Die Eiablage mit drei bis vier Eiern pro Vollgelege beginnt Ende März/Anfang April. Nach ungefähr 15 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen, nach weiteren 30 Tagen verlassen sie das Nest.

 

Warum stören uns die Tiere?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Ihr lautes Krächzen ist alles andere als melodisch und mit ihrem Kot verdrecken sie die Gehwege und Autos.

 

Ist der Kot giftig oder besonders aggressiv?

Es ist kein Fall bekannt, in dem durch Kot von Saatkrähen Krankheiten auf Menschen übertragen wurden. Damit Autolack nicht angegriffen wird, gilt für Saatkrähen-Kot , wie für jeden anderen Vogel-Kot: schnell abwaschen.

 

Welche Vertreibung der Tiere, im Fachjargon Vergrämung, ist am erfolgreichsten?

Experten der Stadt Lahr, die sich seit Jahren mit der Saatkrähen-Problematik auseinandersetzen, geben da wenig Anlass zur Hoffnung. Sie kommen zu dem Entschluss:

„Bisher hat keine der Maßnahmen zu einem nachhaltigen Erfolg geführt.“ Egal, ob

Nester vor Beginn der Brutzeit entfernt,

Zweige in Nistbäumen ausgesägt, natürliche Feinde wie Falken eingesetzt oder die Vögel durch akustische (etwa Knallgeräte, Ultraschall) und optische Reize (Flatterbänder, Uhu-Attrappen, Scheinwerfer, Laser) gestört wurden.

 

Also hilft gar nichts?

Die Stadt Lahr gibt nicht auf. Sie versucht, die Tiere jetzt umzulenken. In einem ersten Schritt wurden aus den Bäumen, die nicht besiedelt werden sollen, alle Nester entfernt – und zwar immer wieder. Auch herabgefallenes Nistmaterial wurde mitgenommen, damit der Nestneubau erschwert wird. Die entfernten Nester wurden in einem naheliegenden Industriegebiet wieder eingesetzt. Das Projekt ist auf Jahre angelegt. Denn bis zum akzeptierten Umzug können zwei bis drei Jahre vergehen.

Lars Reckermann

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