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Holzwickede

Warum „Tafelsilber“ verkauft wird

21.11.2011 | 18:10 Uhr
Warum „Tafelsilber“ verkauft wird
Spielplatz an der Villa Pfiffikus auf dem Caroline Gelände in Holzwickede Auf Grund starker Regenfälle in Holzwickede sind einige Ferienspassaktionen ausgefallen Foto: Henryk Brock

Holzwickede.Nachdem sich die CDU und weitere Parteien nach ihren Klausurberatungen zu den Ursachen und der Notwendigkeit von Spielplatzverkäufen in Holzwickede geäußert haben, wendet sich Bürgermeister Jenz Rother jetzt in seiner angekündigten Klarstellung (wir berichteten) direkt an die Holzwickeder Bürger. Darin verteidigt Rother den harten Sparkurs und die bisher angekündigten Sparmaßnahmen.

Die Finanzlage in Holzwickede sei - wie bei fast allen Kommunen im Ruhrgebiet - mehr als schlecht. Kaum eine Kommune komme noch ohne Haushaltssicherungskonzept aus, so Bürgermeister Jenz Rother: „Auch in Holzwickede sehen wir uns leider gezwungen, über die Veräußerung von ,Tafelsilber’ nachzudenken, um unseren Haushalt planerisch bis 2014 wieder auszugleichen.“ Ansonsten drohe ein Nothaushalt bzw. der restlose Verzehr des Eigenkapitals, wie es schon bei zwei Kommunen im Kreis eingetreten ist. Was die Verantwortlichen im Rathaus bewogen habe, den Verkauf von Spielplätzen mit in die Überlegungen einzubeziehen, sei Folgendes:

Die Gemeinde betreibt 19 Spiel- und einige Bolzplätze. Die Spielplätze im Emscherpark und am Jugendzentrum sind mit großem finanziellen Aufwand gestaltet worden.

Die Zahl der Kinder hat sich in Holzwickede in den letzten 15 Jahren fast halbiert (102 Geburten in 2010). „Wir werden auch um die Schließung einer bzw. Zusammenlegung zweier Grundschulen in den nächsten Jahren nicht herumkommen“, meint Rother. Die Kindertageseinrichtungen mit U-3-Betreuung haben immer mehr familienersetzende Funktion übernommen.

Die Zahl der Kinder in den Offenen Ganztagsgrundschulen steigt stetig und erreicht bald 50 % eines Jahrganges.

Die weiterführenden Schulen verändern sich zunehmend zu Ganztagsschulen. Die Schulen und Schulhöfe mussten entsprechend neu gestaltet werden.

Die Konsequenzen aus dem Geburtenrückgang sind nicht nur Probleme für Vereine und andere Organisationen. Kinder, die gleichzeitig noch die Musikschule besuchen und Fremdsprachen erlernen sollen, haben einfach weniger Zeit als früher für Spielplätze, so Rother. Außerdem spielen Kinder am liebsten dort, wo auch mehrere andere Kinder zu finden sind.

Weniger Zeit für Spiele

„Deshalb haben wir uns entschlossen, die Zahl der Spielplätze zu reduzieren und gleichzeitig verbleibende Spielplätze weiter zu verbessern“, erläutert der Bürgermeister. „Bei der Auswahl der Spielplätze haben wir darauf geachtet, dass sich in erreichbarer Nähe ein weiterer Spielplatz befindet und eine andere Nutzung möglich scheint.“

Die Gemeinde habe in der Vergangenheit regelmäßig in Schulen und Kindereinrichtungen investiert. „Deshalb müssen wir uns sicher nicht dem Vorwurf aussetzen, dass wir unseren Holzwickeder Nachwuchs nicht ausreichend gefördert hätten“, meint Rother und betont: „Die Haushaltskonsolidierung ist im Sinne der Bürger und für die Zukunft der Kinder in Holzwickede oberstes Anliegen.“

Peter Gräber

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