Das aktuelle Wetter Holzwickede 17°C
„Vertikale“...

Schulforscher zeigt Ausweg auf

29.09.2011 | 23:59 Uhr

Holzwickede.Die Enttäuschung im Schulausschuss war fast körperlich zu spüren: Nach Ansicht der Bezirksregierung Arnsberg ist eine eigene Sekundarschule in Holzwickede nicht genehmigungsfähig. „Es gibt nicht genügend Kinder dafür bei uns.“

Als einzige realistische Variante stellte die Verwaltung eine gemeinsame Sekundarschule mit Unna-Massen vor, die horizontal aufgeteilt ist. Soll heißen: Die 5. und 6. Klassen zunächst an einem Standort zur Schule, die späteren Jahrgänge werden im Nachbarort beschult. Dafür würden die Kinder wohl reichen. Allerdings: Gegenüber der aktuellen Situation, in der rechnerisch zwei ganze Klassen Realschüler jeden Schultag nach Massen pendeln müssen, hätte die Gemeinde Holzwickede kaum etwas gewonnen.

Hoffnung auf
Ausnahmeregelung

Beinahe bockig beharrten die Fraktionen deshalb im Schulausschuss darauf: Wir wollen möglichst alle Holzwickeder Kinder auch in der Gemeinde beschulen. Nach dem Prinzip Hoffnung setzen die Schulpolitiker in Holzwickede deshalb jetzt darauf, dass mit dem Schulgesetz, das erst am 18.Oktober beschlossen wird, noch die eine oder andere Ausnahmeregelung auf dem Verordnungs- oder Erlassweg möglich wird.

Dabei zeigt der Schulforscher Dr. Ernst Rösner, der den gemeinsamen Schulentwicklungsplan für Unna und Holzwickede erstellt hat, eine Ausweg aus der scheinbar ausweglosen Lage auf: „Die Sekundarschule ist nämlich nicht nur horizontal geteilt möglich, sondern auch vertikal aufgeteilt.“ Mit anderen Worten: Statt alle Kinder einer Sekundarschule an jeweils einem (wechselnden) Standort zu beschulen, könnte die neue Sekundarschule auch in einen Hauptstandort mit drei Klassen (in Massen) und einen Teilstandort mit zwei Klassen (im Holzwickeder Schulzentrum) aufgeteilt werden. „Diese Möglichkeit ist im neuen Schulgesetz ausdrücklich eingeführt und vorgesehen worden“, betont Dr. Rösner. Vorteil für Holzwickede: Praktisch alle Kinder könnte n am Ort beschult werden, kein Kind müsste mehr pendeln. “Für zwei Klassen reicht die Kinderzahl in Holzwickede wohl aus“, meint der Schulforscher. Und auch in Unna dürfte es möglich sein, genügend Kinder für drei Klassen einer neuen Sekundarschule nachzuweisen. Die Schulleitung einer solchen Sekundarschule würde zwar in Massen sitzen (Hauptstandort). Schulträger könnten beide Kommunen gemeinsam sein, wenn sie einen Zweckverband gründeten.

„Eine solche Lösung scheint mir die vernünftigste zu sein“, so der Schulforscher Dr. Rösner. „Allerdings müssen beide Kommunen das auch wollen und sich jetzt endlich einmal annähern.“ Natürlich sei Widerstand gegen eine solche Lösung vor allem aus der Realschulecke zu erwarten, glaubt der Schulforscher. „Aber letztlich treffen doch die Schulträger auf politischem Wege die Entscheidung.“

Peter Gräber

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/5113116/create

Aktuelle Fotos und Videos
Malermarkt
Bildgalerie
Fotostrecke
Holzwickede von oben
Bildgalerie
von oben
MSC-Kart-Tunrier
Bildgalerie
Fotostrecke
Deutsch-Britische Freunde
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Mai-Aufschwung bleibt aus
Arbeitsmarkt
Der Mai steht auf dem Arbeitsmarkt üblicherweise für einen Abbau der Arbeitslosigkeit als kräftige Fortsetzung des Frühjahresaufschwungs. Dieser ist in diesem Jahr fast gänzlich ausgeblieben, die typische Maiverbesserung ebenso.
Aloysiusschüler drückten im Ratskeller die Schulbank
Geschichte(n)
Die aktuellen demografischen Eckdaten Holzwickede s sind bekannt: Bei rund 17 500 Einwohnern werden nächstes Jahr gerade einmal insgesamt knapp 100 Kinder zur Einschulung anstehen.