Schlaglöcher als Sicherheitsfaktor
12.11.2009 | 18:37 Uhr 2009-11-12T18:37:00+0100Holzwickede. Neue Besen kehren gut – auch im Verkehrsausschuss. Gleich eine ganze Reihe Anträge standen dort auf des Tagesordnung am Mittwochabend.
Doch die neuen Mitglieder mussten einsehen, dass es gerade in der Verkehrspolitik etliche Sachzwängen gibt, an denen auch sie nicht vorbei kommen.
So scheiterte etwa die FDP mit ihrem Antrag das Tempo auf der Landskroner Straße von 70 auf 50 zu begrenzen. Die Vertreter der Polizei und des Straßenverkehrsamtes (Anordnungsbehörde) wiesen auf die eindeutige Gesetzeslage hin: Mehrtägige Messungen und die Unfallstatistik belegen eindeutig, dass die Landskroner Straße weder als gefährlich noch vielbefahren einzustufen ist. Eine Tempobegrenzung mit dieser Begründung sei darum nicht zulässig. Kurios: Dennoch wird die Landskroner Straße bald mit 50 ausgeschildert, wenn auch nur vorübergehend und aus einem anderen Grund: Die Fahrbahn ist in einem schlechtem Zustand.
Auch der FDP-Antrag, die Radwege an der Natorper Straßen und überall in der Gemeinde einheitlich auszuschildern, scheiterte: Innerorts gebe es in Holzwickede gar keine echten Radwege, klärte Harald Meibert vom Straßenverkehrsamt auf: Dafür fehle nämlich der Platz. Auch der neue Radweg an der Natorper Straße sei nur ein kombinierter Rad- und Gehweg, den sich Radler und Fußgänger gleichberechtigt teilen müssen. Er darf auch nur in eine Richtung (nach Osten) befahren werden. Schulkinder ab acht Jahren dürfen darauf zwar mittags auf ihm von der Schule nach Hause fahren – morgens aber darauf nicht zur Schule radeln. Schließlich wurde auch der Antrag des Bürgerblocks abgelehnt, die Rechtsabbiegerspur zur Unterführung an der Bahnhofstraße mit einer Signalampel auszustatten. Das gelbe Warnlicht dort dient übrigens nicht zur Warnung der Fußgänger, klärte die Verwaltung auf. Es soll vielmehr die abbiegenden Fahrzeugführer warnen, dass auch die Linksabbieger im Gegenverkehr Grünlicht haben. Abgelehnt wurde der Antrag jedoch, weil es seit Einrichtung der Ampelschaltung 1984 noch nie Probleme oder Unfälle mit Fußgängern dort gab. Außerdem soll der Rechtsabbiegerverkehr flüssig abfahren. Bei Rotlicht würde sich der Verkehr sonst bis zur Rausinger- und Morgenstraße stauen.
18:54
Da will man was positiv ändern und dann kommen so genannte Experten und erklären einem Sachzwänge. Liebe Verkehrsausschussmitgliedern, lassen sie sich nicht einschüchtern. Für Radwege aber auch für Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es in der gemeindlichen Durchführungsverordnung zur Stvo einen erheblichen Ermessensspielraum. Lassen sie sich kein x für ein u vormachen, von Menschen die nach dem Motto leben hauptsache keine Arbeit und bitte nicht was neues. Frisch ans Werk und wenn sie ihre Vorhaben für richtig halten, setzen sie sie durch.
08:24
Wann hat der Irrsinn, die Radfahrer auf den Gehweg zu verbannen endlich ein Ende? Der normale Radfahrer gehört auf die Straße, wo er vom Kraftverkehr auch wahrgenommen wird!