Opherdicker Wehr zeigt Crash-Rettung
15.11.2009 | 17:27 Uhr 2009-11-15T17:27:00+0100
Opherdicke. Das ging schnell. Kurz nachdem das Einsatzsignal die 18 Brandbekämpfer der Löschgruppe Opherdicke zur Jahresabschlussübung auf den Hof Schulte am Samstag gerufen hatte, war der fiktive Einsatz schon vorbei – das Opfer in Sicherheit.
„Crash-Rettung” nennen Fachleute das Vorgehen der freiwilligen Feuerwehrleute am Samstagnachmittag: Als die Retter von den beiden Einsatzfahrzeugen, dem über 20 Jahre alten LF-16-TS und dem neuen LF-10-6, herunterstiegen, hatten zwei von ihnen schon ihre komplettes Sauerstoff-System angelegt. Sie bahnten sich einen Weg in die Scheune, wo im Übungs-Szenario eine Person unter dem Traktor eingeklemmt lag. Ein beherzter Handgriff, schon war die blaue Übungspuppe befreit – jeder Hobbysanitäter hätte die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen.
„Das war vielleicht ein bisschen schnell, aber man muss sich ja auch vorstellen, dass die ganze Scheune lichterloh in Flammen steht”, erklärte Löschgruppenführer Thomas Auth.
In solch einer Situation müssten Feuerwehrleute die hilflosen Personen so schnell es geht aus der oft tödlichen Rauchfalle bringen – auch wenn ein Notarzt sie unter feuerfreien Umständen anders versorgt hätte. „Die Übung hätten wir wohl etwas schwieriger machen und die Puppe richtig fest einklemmen sollen.” Denn vorgesehen war eigentlich, dass die Brandbekämpfer den verletzten Bauern erst mit hydraulischen Winden aus seiner misslichen Lage hätten befreien müssen. Dass sie mit den Geräten dennoch umgehen können, zeigten die 18 Feuerwehrleute dann aber noch im Anschluss. Während einige den Traktor in die Höhe kurbelten, hatten ihre Kameraden bereits Schläuche ausgerollt und drei C-Rohre für die Löschwasserversorgung angeschlossen. Nach einer Viertelstunde waren alle fiktiven Flammen der Jahresabschlussübung gelöscht.
35 Mal war die Löschgruppe Opherdicke dieses Jahr im Einsatz, davon fiel fast die Hälfte der Einsätze auf Fehlalarme. Nicht jedoch bei den beiden größten Einsätzen, einem Gasalarm an der Mozartstraße und einer Bombenräumung an der Montanhydraulikstraße. 25 Ehrenamtliche gehören zum Team, die Ausrückzeit beträgt gerade einmal vier Minuten. „Das liegt daran, dass bei Alarmierung die meisten Kameraden so nahe wohnen, dass sie zu Fuß zum Gerätehaus laufen können”, erklärte Löschgruppeführer Auth.
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