Neonazis treten immer aggressiver auf
21.01.2009 | 17:25 Uhr 2009-01-21T17:25:00+0100Holzwickede. Die Neonazis treten immer aggressiver in Holzwickede auf und schrecken inzwischen auch vor persönlichen Bedrohungen nicht mehr zurück.
Nachdem es in jüngster Zeit verstärkt antisemitische und ausländerfeindliche Aktionen und Schmierereien im Schulzentrum und der gesamten Gemeinde gab, kündigten Schüler aus dem Clara-Schumann-Gymnasium ein Musikfestival „Wir bleiben bunt!” an, um den Rechsradikalen gezielt entgegenzutreten. Schließlich ist das Holzwickeder Gymnasium eine „Schule ohne Rassismus - mit Courage”. Bei der schuleigenen Veranstaltung sollen auch kleine Eiskratzer verteilt werden, die jeder bei sich tragen kann, um damit rechte Schmutzparolen und Aufkleber sofort abkratzen zu können, wo immer sie im Gemeindegebiet auftauchen.
Nach unserem Bericht über diese geplante Veranstaltung wurden einzelne Mitwirkende und Veranstalter von anonymen Neonazis persönlich bedroht. Die Schulleitung des CSG sowie ein Betroffener haben inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Auch der Staatsschutz ist eingebunden. Unser Verlag versucht derzeit auf juristischem Wege gegen die Betreiber einer rechten Internetseite vorzugehen, die unseren Bericht mit der Konzertankündigung ohne Genehmigung in einschlägige Nazi-Foren gepostet haben, um einzelne Personen an den rechten Pranger zu stellen und die Schülerschaft des CSG als Alkoholiker zu diffamieren. Allerdings befindet sich der Server der Nazi-Seite in Kalifornien. Trotzdem ist die Seite seit gestern im Internet nicht mehr erreichbar – über die Gründe kann nur spekuliert werden.
Die Veranstalter des Schulkonzerts „Wir bleiben bunt!” lassen sich jedenfalls nicht einschüchtern. Im Gegenteil: „Wir haben inzwischen so viele Spenden bekommen, dass wir bereits 2 000 Eiskratzer bestellen konnten.”
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