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Heimatkunde-Schatz

Milliarden Markt unterm Rathausdach gefunden

12.03.2010 | 21:00 Uhr

Holzwickede. Die Gemeinde muss sich wegen ihres Nothaushaltes keine Sorgen mehr machen: Unerwartet haben sich jetzt auf dem Dachboden des Rathauses ein paar Milliarden Mark gefunden. Es handelt sich allerdings nur um Notgeld aus der Inflationszeit.

Jenz Rother , Bürgermeister von Holzwickede ,mit Unterlagen die die Gemeinde beim Umbau im Rathaus gefunden hat - eingemauert auf dem Dachboden

Entdeckt haben den „Schatz” Dachdecker, die gerade das 1912 erbaute Rathaus neu eindecken. Als sie den Dachstuhl öffneten, fanden sie die Notgeldscheine, dazu alte Dokumente, ein Portobuch von 1917, einen Sack voller Gasmasken sowie eine Standarte, die auf der einen Seite das Holzwickeder Wappen, auf der anderen eine weiße SS-Rune auf schwarzem Grund zeigt, sowie ein nationalsozialistisches Pamphlet mit dem Titel „Das plutokratische Kulturideal – die englische Krankheit”.

„Wir werden Kontakt mit dem Denkmalamt aufnehmen und versuchen, die Sachen für unser Archiv zu erhalten”, meint Bürgermeister Jenz Rother, der den Fund noch in seinem Büro „bunkert”. Besonders das alte Papier ist vom Zerfall bedroht. Die Gegenstände müssen bei Kriegsende in einen Erker eingemauert worden sein. „Von Außen war nichts zu erkennen”, so Rother. „Erst als das Dach offen war, konnte man was sehen.”

Info
Notgeldscheine bei Heimatkundlern gefragt

Nach Angaben des Unnaer Münz-Experten Wilhelm Aretz findet man Notgeld heute nur noch selten.

 Die Notgeldscheine haben im allgemeinen keine sehr hohe Wertigkeit, es sei denn, es handelt sich um seltene Ausnahmefälle wie Bielefelder Stoff- oder Ledergeld.

Bei heimatkundlichen Sammlern ist Notgeld dagegen sehr beliebt.

In den Jahren der Hyperinflation vor dem 2. Weltkrieg wurden im Deutschen Reich 30 000 verschiedene Notgeldscheine ausgegeben. Durch die Inflation war der Materialwert der Münzen höher als der Nominalwert, und der Metallbedarf der Kriegsindustrie führten zu Kleingeldmangel. Städte, Gemeinden, Kreise und Privatfirmen sprangen in die Lücke und deckten den Bedarf mit eigenen Ausgaben, für den Geldumlauf bestimmten „Verkehrsausgaben“. Das deutsche Notgeld ab etwa 1921 reichte bis in den Billion-Mark-Bereich.

Die jetzt gefundenen Notgeldscheine in Holzwickede wurden vom Amt in Hörde ausgegeben, zu dem Holzwickede damals gehörte.

Peter Gräber

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Kommentare
13.03.2010
15:15
Milliarden Markt unterm Rathausdach gefunden
von gnilles | #1

Gut dass wir es jetzt wissen. Bisher war der Markt immer vor dem Rathaus.

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