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Interview

Markus: „Ja, ich hab noch Spaß“

26.08.2010 | 17:31 Uhr
Markus: „Ja, ich hab noch Spaß“
Foto: Oliver Müller

Unna. Mit „Ich will Spaß“ ist er der Star am morgigen Samstag beim City Spaß. Markus Mörl alias „Markus“ von der Neuen Deutschen Welle. Wir sprachen vorab mit dem Sänger.

Mit was für einem Wagen fahren Sie in Holzwickede vor, dem Maserati und Tempo 210?

Nee, im Moment fahre ich mit einem kleinen Transporter. In meinen Maserati geht nicht viel rein. Ich habe nämlich nur die Spielzeugversion im Maßstab 1:10, den mir ein Fan geschenkt hat. Zum großen Maserati hat’s nie gereicht. Ich habe aber auch gehört, er sei ein unzuverlässiges Auto, zumindest in den 80ern.

In welches Fahrzeug steigt Markus heute privat ein?

Ich mag Oldtimer und habe zum Beispiel ein Käfer-Cabrio und einen Ford Taunus, der mir gut gefällt. Sonst fahre ich viel mit der Bahn, denn der Stellenwert, den das Auto früher hatte, besteht heute nicht mehr.

Hand aufs Herz, wie viele Punkte haben Sie in Flensburg?

(lacht) ... Es ist noch im Maß, aber ich gebe zu, ja ich werde öfter mal erwischt. Ich meine, Richtgeschwindigkeit 130, das ist ja alles so okay. Oder die Beschränkung für Fußgängerzonen und vor Altersheimen unterstütze ich auch. Ansonsten kann ich mich mit Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht anfreunden.

Raus mit der Sprache, wie viele sind es?

Noch einstellig, aber im höheren Bereich. Glaube ich.

„Kost’ das Benzin auch 3,10 Mark, scheißegal es wird schon gehen“, haben Sie damals gesungen – war das eine düstere Vorahnung?

Das war schon so gedacht, dass das Lied für die Ewigkeit hält. Damals wurde Benzin auch schon einmal teurer, aber es gab auch Zeiten, in denen waren 80 Pfenning pro Liter aktuell. Wenn ich Bundeskanzler wäre, würde ich den Benzinpreis wieder auf 1,10 Mark runtersetzen. Aber wenn ich das Lied noch einmal umschreibe in Euro, müsste es wohl 3,10 Euro heißen. Es gibt wohl diese selbsterfüllenden Prophezeiungen. Da leide ich auch drunter, aber was will man machen.

Sie haben heute Geburtstag. Wie viele Jahre haben Sie auf dem Tacho und wie wird gefeiert?

50 plus 1 Jahr werde ich. Gefeiert wird mit der Familie. Da ich aber unterwegs bin, habe ich nicht richtig Zeit. Ich war gestern in einer Radio-Show in Frankfurt – da haben wir später ein bisschen reingefeiert.

Zeigen Sie sich beim City Spaß in der charakteristischen rot-weißen Renn-Lederjacke?

Das kann ich machen. Ich habe natürlich noch topaktuelle Klamotten, aber noch so vieles aus den 80ern. So weit es noch passt, ziehe ich es gerne an. Aber kurze Hosen von früher, erspare ich den Leuten.

Holzwickede hat 17000 Einwohner – standen Sie schon einmal in einer kleineren Gemeinde auf der Bühne?

Ja. Ich komme ja aus Bad Camberg und das hat knapp über 4000 Einwohner. Daher bin ich das gewohnt. 17000 ist schon eine Menge. Wenn die alle da sind – wunderbar.

Haben Sie vor dem City- Spaß-Termin jemals von Holzwickede gehört?

Ich meine dass ich... Also selbst war ich noch nicht da. Ist das nicht an der A...? Wie heißt denn die spätere Bundesstraße da bei euch?

A44...!?

Ja, ich glaube, ich bin schonmal an der Ausfahrt vorbeigefahren.

Samstag, 22 Uhr ist der Auftritt beim City Spaß. Danach Autogrammstunde und ab ins Hotel?

Wenn das Ding City Spaß heißt, dann will ich auch Spaß haben. Also schauen wir mal, was man da noch unternehmen kann. Das Hotel ist in Dortmund, welches weiß ich gar nicht. Das organisiert der Veranstalter.

Apropos Autogramm, von wem hätten Sie gerne eins?

Von Elvis. Ich habe gehört , er lebt noch. Zumindest ist er kürzlich bei Facebook mein Freund geworden, also dann muss er doch noch leben.

NDW-Stars von damals singen, wenn es noch gut läuft, bei Baumarkteröffnungen. Kommen Sie mit den Auftritten über die Runden oder gibt’s einen Nebenjob?

Zeitungen austragen und Pizzafahrdienst, das mache ich jetzt nicht mehr. So schlimm ist es also nicht. Ich habe ja auch als Medienkaufmann gearbeitet. Die Musik lässt mich aber nicht los. Ich habe auch gerade noch ein neues Album herausgebracht. Es gibt also durchaus noch aktuelle Musik von mir. „Alles kommt wie es kommt“ werde ich etwa Samstag auch singen, der Schwerpunkt liegt aber auf Party und den 80ern.

Hängen einem manche Lieder nach 30 Jahren nicht zum Hals raus?

Da bin ich ein Romantiker, ich finde diese 80er Songs noch ganz stark. Nicht nur meine eigenen. Für meinen Geschmack war das eine sehr sehr kreative Phase in Deutschland, in der man alles ausprobieren konnte. Was dabei herausgekommen ist, ist nicht alles weg, sondern bleibt in Erinnerung. Die Songs singe ich noch sehr gerne.

Sie waren 1973 Bezirksjugendmeister im „Gehen“. Ist das aktuell noch Ihre Sportart?

Nordic Stalking heißt das doch (lacht). Ich lebe auf dem Land, damals musste man da viel zu Fuß laufen. Ich habe mir später eine Kreidler Florett gekauft, aber die war meistens kaputt und ich musste schieben, also ging ich weiter. Das war eine witzige Sportart. Später kam noch der Leichtathletikverein dazu. Heute mache ich so Gesundheitssport, zum Beispiel Joggen – wenn ich dazu komme. Sport sollte jeder machen, ich zwinge mich dazu, zweimal die Woche.

Welche Musik läuft dabei auf dem Mp3-Player?

Ich mag Popsongs, ganz aktuelle Sachen. Lady Gaga finde ich ganz stark. Ich habe einen elfjährigen Jungen, der bringt mir dann die neuen Songs bei. Momentan ist mein Highlight „Monster“ von Culcha Candela.

Was steht für die Zukunft an?

Das Promi-Kochdinner im Fernsehen – das ist schon abgedreht. Dabei habe ich mich gewundert, dass ich den zweiten Platz gemacht habe, weil ich sonst nicht wirklich Ahnung vom Kochen habe. Sonst mache ich noch eine neue Platte. Und nächstes Jahr sind 30 Jahre seit der Neuen Deutschen Welle vergangen, da habe ich eigentlich wieder vor, mit Kollegen von damals aufzutreten – wir haben eine Revue ins Leben gerufen, mit der wollen wir dann Anfang 2011 touren.

Ruben Schulte

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