Lokale Schullösung kaum machbar
28.09.2011 | 23:59 Uhr 2011-09-28T23:59:00+0200
Holzwickede/Unna.Eine Watsche für die Schulpolitik vor Ort. Den favorisierten Alleingang der Emschergemeinde in Sachen Sekundarschule hält (nach Schulplaner Dr. Ernst Rösner) auch die Bezirksregierung in Arnsberg für einen Weg in die Sackgasse.
Vertreter der Schulverwaltung aus Holzwickede und Unna hatten jetzt gemeinsam das Beratungsangebot der Bezirksregierung zur Gründung einer Sekundarschule genutzt. Das Gespräch bei der Schulaufsicht in Arnsberg am Mittwoch verlief allerdings nicht im Sinne der Holzwickeder Politik. Denn die Vertreter der Bezirksregierung machten deutlich, dass die Voraussetzungen für eine Sekundarschule allein unter Holzwickeder Regie wohl nicht ausreichend erfüllt werden können.
Wie zuvor bereits Experte und Schulplaner Dr. Ernst Rösner (Uni Dortmund) in unserer Zeitung darstellte, müsste Holzwickede für die Errichtung eienr solchen Sekunarschule 75 Kinder (drei Eingangklassen) im ersten sowie in den fünf Folgejahren nachwiesen - und zwar ohne Schüler aus Nachbarkommunen. „Das können wir aber nicht“, wie Fachbereichsleiter Uwe Detlefsen gestern auch im Schulausschuss informierte. Die Arnsberger legte ihren Besuchern so nahe, dass entweder das bestehende Schulsystem jeweils vor Ort beibehalten wird, oder die Einrichtung einer Sekundarschule in Kooperation, durch Zusammenführung von Schulen in Holzwickede und Unna, ermöglicht wird.
Damit liegt Arnsberg ebenfalls auf Linie der Kreisstadt, die eben diese Kooperation favorisiert. Mit Pendellösung zwischen den Schulstandorten und Beheimatung der Klassen fünf bis sechs „hier“ sowie acht bis zehn „dort“ und weiterer Kooperation mit einer Oberschule zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife (Abitur).
Die Unnaer Stadtspitze signalisiert bereits Bereitschaft, die Möglichkeit der Kooperation mit Holzwickede zur Einführung der Sekundarschule beraten zu wollen. Im Holzwickeder Schulausschuss zeigten sich die Fraktionen gestern sichtlich geschockt. Einmütiger Tenor: Auch wenn das Signal aus Arnsberg eindeutig war - so leicht wollen die Parteien ihren Konsens nicht aufgeben und an einer eigenen Sekundarschule festhalten, um den Holzwickeder Kindern möglichst ein Pendeln in die Nachbarstadt zu ersparen. Da das Schulgesetz erst am 18. Oktober verabschiedet wird, besteht zumindest noch theoretisch Hoffnung auf eine Ausnahmeregelung, die es den Holzwickedern doch noch erlauben könnte, eine eigene Sekundarschule zum Schuljahr 2013/14 zu errichten. Um keine Zeit zu verlieren, wollen die Holzwickeder jetzt wie geplant einen Arbeitskreis zur weiteren Schulentwicklung gründen und dazu auch Vertreter aus Unna einladen.
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