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Kitas kämpfen mit Tücken des KiBiz

14.01.2008 | 18:24 Uhr

Holzwickede. Holzwickeder Eltern können ihre Kinder noch bis zum 31. Januar in den Kindertageseinrichtungen für das Kindergartenjahr 2008/09 anmelden, das am 1. August beginnt.

 Änderungen betreffen aber auch Eltern, deren Kinder bereits eine Einrichtung besuchen. In den Kitas kämpft das Personal längst mit den Tücken des neuen Gesetzes.

Nach dem Kinderbildungsgesetz (KiBiZ) können Eltern zwischen Betreuungszeiten von 25, 35 und 45 Stunden pro Woche wählen. Die Beiträge dazu sind bereits vom Kreistag beschlossen worden (Wir berichteten). Was sich auf den ersten Blick einfach anhört, birgt erhebliche Probleme für die Einrichtungen. Denn deren Finanzierung wurde gleichzeitig auf eine Pro-Kind-Pauschale umgestellt. Soll heißen: Der Personalschlüssel in den einzelnen Einrichtung hängt direkt vom „eingekauften” Betreuungsbedarf der Eltern ab.  Nicht alle Einrichtungen haben soviel Glück wie der HEV-Kindergarten. „Wir haben unseren Eltern schon im Herbst deutlich erklärt, dass eine gute pädagogische Arbeit bei einer Betreuung von 25 Stunden pro Woche nicht leistbar ist”, sagt Leiterin Annette Willutzki. „Einfach weil Vieles von dem, was einen guten Kindergarten ausmacht, wegen der geänderten Gruppenstrukturen inzwischen in den Nachmittag verlagert werden musste.” Ob Sport, Feste oder Ausflüge – die meisten speziellen Aktionen finden würden so an den 25-Stunden-Kindern vorbei gehen. „Zum Glück hat sich niemand von unseren Eltern für 25 Stunden entschieden”, freut sich Willutzki. „Das gilt auch für unsere neuen Eltern. Wir sind froh, dass wir so unsere pädagogische Arbeit in der seit 25 Jahren bewährten Form weiter führen.”   Weiterer Haken: Wenn viele Eltern 25 Stunden „einkaufen”, müsste sofort auch der Personaleinsatz reduziert werden. Nicht nur in der Kita „Nordlicht” herrscht darum große Unsicherheit, wie die künftigen Betreuungs- und Öffnungszeiten der Einrichtung aussehen. „Das ist ja auch für uns neu. Alles hängt ja davon ab, wie sich die Eltern entscheiden”, bestätigt Mitarbeiterin Kerstin Hentschel. „Bis spätestens 29. Februar muss das passieren.” Traditionell haben die „Nordlichter” von 7 bis 16.30 Uhr (45 Wochenstunden) geöffnet. Rein rechnerisch ist da auch bei einer mehrheitlichen Betreuungszeit von 35 Stunden pro Woche beim Personaleinsatz schnell das Ende der Fahnenstange oder besser: der Soll-Arbeitszeit der Mitarbeiterinnen erreicht. Schon gibt es Überlegungen, die Einrichtung nur noch an vier Tagen pro Woche wie gewohnt von 7 bis 16.30 Uhr zu öffnen und am Freitag bereits um 13 Uhr zu schließen – nicht nur bei Dienstbesprechungen. Darüber oder über andere Modelle sollen die Eltern morgen diskutieren:  Die Eltern der „Wühlmäuse” und „Schmusekatzen” treffen sich um 14.30 Uhr, die der „Tanzbären” und „Krabbelkäfer” um 16.30 Uhr in der Einrichtung.

Peter Gräber

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