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Im Sommer fahren "Opas" auf Streife

20.06.2007 | 09:10 Uhr

Holzwickede. Alle Jahre wieder: Sobald das Wetter wärmer wird, nehmen auch die Beschwerden zu: über Lärmbelästigungen und nächtliche Ruhestörungen, über Verschmutzungen auf Schulhöfen, Spielplätzen oder öffentliche Alkoholexzesse.

Von Peter Gräber Tel: 02303-250 80 24 "Wohlgemerkt, es geht nicht um die Grillfete des Nachbarn", sagt Ordnungsamtsmitarbeiter Uwe Grochla. "Es geht hauptsächlich um Jugendliche, die sich irgendwo treffen und ihren Spaß haben wollen." Dagegen sei auch prinzipiell nichts zu sagen, findet Grochla: "Problematisch wird es nur, wenn diese Jugendlichen dann überall Scherben und Dreck hinterlassen oder sehr exzessiv Alkohol trinken."

Seit drei Jahren versuchen Ordnungsamt und Polizei in Holzwickede die Problematik durch eine Ordnungspartnerschaft (OPA) zu entschärfen: Stichprobenartig fahren die Bezirksbeamten Hans-Joachim Richter, Jörg Stöcklein oder Karl-Heinz Rübenstrunk mit einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf Streife. "Wir fahren bei Beschwerden raus oder steuern auch direkt die Brennpunkten an", meint Grochla. "Die meisten kennen wir natürlich, etwa die Spielplätze im Norden, der Park oder auch der Edeka an der Kirchstraße gehören dazu. Mehr verraten wir nicht. Sonst wandern uns die Jugendlichen ab und wir wollen doch wissen, was so läuft."

Genau darum geht es bei der OPA, die sich in der Vergangenheit sehr bewährt hat: Die Jugendlichen im Auge behalten, Flagge zeigen, abschrecken und Personalien feststellen. "Dabei bündeln Polizei und Ordnungsamt ihre Kräfte. Wenn ich alleine dort hinginge, hauten die mir einen auf die Mappe", ahnt Grochla. "Es gibt auch immer wieder Personen, die sich nicht ausweisen wollen." Gemeinsam mit dem Bezirksbeamten gebe es weniger Probleme. "Wir packen denjenigen kurzerhand ins Auto und bringen ihn zur Wache nach Unna. Da rückt er dann schon kleinlaut mit den Personalien heraus." Auf diese Weise ist schon so mancher Szenetreff entschärft oder Vandalismus verhindert worden. Allerdings ist sich der Mann vom Ordnungsamt völlig im Klaren darüber: "Wir lösen die Probleme so nicht, sondern sorgen nur für eine Verdrängung." Wenn nicht hier, dann träfen sich die Jugendlichen eben woanders, um zu feiern und zu trinken. "Und irgendwo müssen sich Jugendlichen ja auch mal unbeaufsichtigt treffen können", findet Grochla. "Nur stören dürfen sie niemanden oder Glasscherben im Sandkasten hinterlassen." Arbeitslosigkeit, keine Perspektiven - die eigentlichen Probleme liegen tiefer, seien nur gesamtgesellschaftlich zu lösen, glaubt Grochla.

So sehr sich die OPA auch bewährt hat, Grochla ist illusionslos, was den Allgemeinzustand seiner "Klientel" angeht: "Die Bereitschaft sich an Regeln zu halten oder Werte wie Eigentum zu achten, ist heute bei den den Jugendlichen ganz stark gesunken.".

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