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Holzwickede "kratzt gegen rechts"

29.12.2009 | 17:05 Uhr

Januar Anfang Januar hält extremes Winterwetter Einzug mit starken Schneefällen. Der eisige Winter hält die Gemeindemitarbeiter mit ihren Streu- und Räumfahrzeugen auf Trab und sorgt außerdem für einen kuriosen Winterdienst im Freibad:

Damit das Wasser in den Becken nicht komplett zufriert, müssen die Mitarbeiter alle zwei Stunden die Eisdecke aufhacken - auch nachts! Es ist so kalt, dass die Enteisungsanlage allein nicht mehr ausreicht.

Das Schwimmbad "Schöne Flöte" in Holzwickede ist total verschneit und zugefrohren Ein Mitarbeiter der Schönen Flöte befreit den Beckenrand vom Eis Foto: Henryk Brock

Nachdem es wiederholt in der Gemeinde und im Schulzentrum menschenverachtende Schmierereien von Neonazis gab, tritt das Clara-Schumann-Gymnasium mit einer Grundsatzerklärung an die Öffentlichkeit und distanziert sich damit unmissverständlich von rechtsradikalen Aktivitäten aller Art.

Traurige Mitteilung im Januar: Der ehemalige Dechant und Seelsorger der katholischen Pfarrgemeinde, Franz Teuber, stirbt im Alter von 81 Jahren. Über 30 Jahre lang war Franz Teuber prägende Persönlichkeit des katholischen Gemeindelebens vor Ort.

Trauerzug für Pastor Teuber in Holzwickede Foto: Henryk Brock

Die schlimmen Aktivitäten der Rechtsradikalen gehen weiter - so hetzen Neonazis im Internet gegen Jugendliche und Erwachsene aus Holzwickede und Umgebung. Scheinbar wahllos veröffentlichen sie Fotos und Namen von Personen, die ihnen unliebsam erscheinen. Betroffene und Polizei sind machtlos.

Februar

Kurios und strafbar: Eine falsche Politesse kassiert Parksünder ab und stellt sogar eine Quittung aus. Die Gemeinde erstattet Strafanzeige.

Erfreulich: Aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes erhält die Gemeinde 1.448 Mio. Euro. Das Geld soll u.a. den Schulen für energetische Verbesserungen zugute kommen.

Der Motorsportclub Holzwickede muss seine Traditionsveranstaltung absagen: Das geplante Hallen-Eisspeedway kann nicht stattfinden, weil Sponsoren fehlen.

Mit einer guten Resonanz startet dagegen die Aktion „Kratzen gegen Rechts”. 120 bis 150 Bürger holen sich auf dem Marktplatz einen Eiskratzer ab, um damit rechte Schmutzparolen in der Gemeinde abzukratzen. In der Nacht zuvor besprühen Neonazis wiederum Häuser im Ortskern mit rechten Parolen.

Ein großer Erfolg ist das Konzert „Howi bleibt bunt” im Schulzentrum. 400 Holzwickeder rocken gegen rechts und unterstützen damit die Schüler, die sich mit dem Musikfestival gegen rechtsradikale Tendenzen aussprechen.

Die Anmeldezahlen für die Hauptschule liegen vor. Und da kann die Josef-Reding-Schule kann mit 23 Anmeldungen immerhin kreisweit einen Rekord verbuchen.

Das Mahnmal aus dem Emscherpark soll verschwinden – und damit ist jetzt auch der mittlerweile 89-jährige Bildhauer Josef Baron aus Hemmerde einverstanden. Er erstelltnach dem Vorbild seines ursprünglichen Mahnmales sechs Bronzeabgüsse, die im Foyer des Gymnasiums aufgestellt werden sollen.

Die Post am Markt schließt endgültig. Eine neue Post-Filiale soll im Edeka-Markt an der Kirchstraße entstehen.

Richtfest an der Stehfenstraße: Hier weht der Richtkranz über dem neuen Borsig-Center. Das neue Fachmarktzentrum hat Platz für sieben Mieter und ist bereits komplett vermarktet.

März

Trotz Krise: Einer Holzwickeder Firma geht es bestens und zwar der neuen Schülerfirma der Josef-Reding-Schule. Die nach einer Schul-AG gegründete Schülerfirma betreibt mit viel Engagement und Erfolg das schuleigene Café.

Diese Nachricht erfreut keinen Bahnkunden: Die Bahn gibt zu, dass der Holzwickeder Bahnhof ein berüchtigter Brennpunkt ist. Ein Bahnsprecher bestätigt, dass der Vandalismus in Holzwickede besonders ausgeprägt sei.

Auf dem Emscherquellhof findet die erste Trauung statt. Simone Joosten und Andreas Keiten sind das erste Brautpaar, die sich in dem historischen Gemäuer das Ja-Wort gibt. Insgesamt an zehn Terminen besteht die Möglichkeit, auf dem restaurierten Quellhof zu heiraten.

Das Ordnungsamt verliert seine „Allzweckwaffe”: Uwe Grochla, 30 Jahre Amtsperson und Marktmeister der Gemeinde mit Humor und Herz, wird in den Ruhestand verabschiedet.

Die geplante Carolinen-Brücke wird doppelt so teuer als geplant. Statt 800.000 Euro soll die Brücke jetzt rund 1,6 Mio. Euro kosten. Eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus.

Peter Gräber

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