Familienkarte fürs Freibad bleibt
14.02.2012 | 17:09 Uhr 2012-02-14T17:09:00+0100
Holzwickede.„Die Einführung einer Familienkarte ist natürlich leichter als die Abschaffung einer Familienkarte“, meinte Stefan Petersmann zu Beginn der Diskussion im Betriebsausschuss - und der Bäderchef sollte Recht behalten. Bis auf die FDP-Vertreter taten sich alle anderen Mitglieder schwer mit der Abschaffung der Familienkarte. Schließlich stimmten sie mehrheitlich gegen den Verwaltungsvorschlag. Damit bleibt die Familientageskarte dem Freibad Schöne Flöte erhalten. Erhalten bleiben dem Personal damit aber auch die Streitereien und Schummeleien an der Tageskasse.
150 000 € für Sanierung
Wie berichtet würde Bäderchef Stefan Petersmann die Familienkarte, die Familien den Bädereintritt für acht Euro ermöglicht, gerne abschaffen. Nicht, weil der Bäderbetrieb dann nach seinen Berechnungen etwa 11 000 Euro mehr Einnahmen erzielen könnte. „Darauf kommt es uns nicht an“, versicherte Petersmann. Der Grund für die Abschaffung ist ein anderer: Der Betriebsleiter möchte den ausufernden Schummeleien und den damit verbundenen endlosen Streitereien an der Kasse einen Riegel vorschieben. „Wir verärgern unsere Badegäste damit schon, bevor sie überhaupt über unsere Schwelle getreten sind. Das ist schlechte Werbung für unser Bad und für unsere Gemeinde“, glaubt Petersmann. Eine andere Möglichkeit, die Betrügereien mit der spontanen Bildung von Familien zu unterbinden, sehe er nicht, erklärte der Bäderchef.
Doch da wollten die Fraktionen nicht mitspielen. Zumal man erst im Vorjahr die Eintrittspreise fürs Bad erhöht hatte. Und nach der schmerzlichen Diskussionen um den Verkauf von Spielplätzen wollte man nicht schon wieder eine vermeintlich familienunfreundliche Entscheidung treffen. „Die Karte soll bleiben“, erklärten die übrigen Fraktionssprecher. „Die Verwaltung muss sich eben etwas anderes einfallen lassen, um die Betrügereien zu unterbinden.“
Vergeblich wiesen Petersmannn und auch der Beigeordnete Heribert Schönauer darauf hin, dass die Tarifstruktur auch ohne die Familientageskarte noch sehr familienfreundlich sei: Kinder unter sechs Jahren zahlen gar keinen Eintritt, es gebe einen Ferienpass und zahlreiche Ermäßigungskategorien.
Einstimmig abgeschafft wurde vom Ausschuss lediglich die Ermäßigungskategorie für Wehrpflichtige.
Im weiteren Verlauf der Sitzung stellte Stefan Petersmann seine weiteren Pläne zur Modernisierung des 30 Jahre alten Eingangsgebäudes vor: Nach den rund 250 000 Euro teuren Modernisierungsmaßnahmen im unteren Geschoss des Eingangsgebäudes sei nun das Obergeschoss an der Reihe: Für rund 150 000 Euro, verteilt über zwei Jahre, sollen dort die maroden Versorgungsleitungen, Fenster und Sanitäranlagen erneuert und die Räume neu geordnet werden.
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