Brigitte Becker: Organisieren ist ihr Ding
12.09.2008 | 18:22 Uhr 2008-09-12T18:22:00+0200Holzwickede. Sie hat ein Heer von weit über 100 Helfern um sich, doch ohne sie würde nichts funktionieren: Zum sechsten Mal schon organisiert Brigitte Becker das Pfarrfest der Liebfrauengemeinde.
Ein Wochende dauert das größte Fest der katholischen Kirchengemeinde. Doch Brigitte Becker rotiert fast das ganze Jahr dafür. „Die meisten Leute haben gar keine Ahnung, wieviel Arbeit dahinter steckt”, glaubt die 60-Jährige, die selbstverständlich ehrenamtlich im Einsatz ist. Zum Job als „Festspielleiterin” kam sie wie die Jungfrau zum Kind: Als sich ihr Vorgänger Theo Jura im Jahr 2002 zurückzog, hatte sie ihm vorher zwar schon assistiert. „Aber auf einmal hieß es: So mach' Du jetzt weiter.” Brigitte Becker machte, und wie. „Organisieren ist irgendwie mein Ding.” Gelernt hat die gebürtige Holzwickederin allerdings Schuhverkäuferin, war danach in einem Büro in Unna tätig. Halbtags ist sie noch immer als Hausmeisterin des Montanhydraulikstadions beschäftigt. Sie hat aber auch zwei Kinder groß gezogen – wahrscheinlich müssen ja alle Hausfrauen Organisationgenies sein. Für das Pfarrfest ruft sie zum ersten Mal zu Beginn des Jahres eine kleine Runde mit dem Pastor zusammen. „Da legen wir dann fest, was wir machen wollen”, sagt sie. Als nächstes folgt eine große Versammlung mit allen Teamleitern. „So nennen wir die Betreuer der Stände”, erklärt die 60-Jährige. Da wird geklärt, was gebraucht wird und ob genügend Leute zum Helfen da sind. „Wenn nicht, muss ich mich kümmern”, meint sie lapidar.
Das Portraitder Woche Die Teamleiter füllen den zentralen Bestellzettel: von der Bratwurst über die Waffel bis zum O-Saft. Mit Renate Hilchenbach fährt Brigitte Becker dann mit dem Bulli zum Großeinkauf in die Metro. Danach müssen der Einkauf und das Personal verteilt werden. Einfacher gesagt, als getan: „Ich muss sehen, dass ich genügend Damen finde, die über sechs Zentner Kartoffeln schälen müssen.” Die Frauen sitzen aufgereiht im Sportheim – und Brigitte Becker macht ihnen erst einmal Frühstück, um sie bei Laune zu halten. Auch den Sektempfang für die Ehrengäste am Festsamstag, der in diesem Jahr erstmals im Alois-Gemmeke-Haus stattfindet, wird von ihr vorbereitet. Ach, ja: Auch die Gärtnertruppe, zu der auch ihr Mann Werner gehört, muss ebenfalls versorgt werden. „Ohne die vielen Helfer ginge das alles nicht”, betont Brigitte Becker: Ihre Frauen der Kolpingsfamiie helfen beim Einsammeln und Verpacken der gespendeten Preise für die Tombola. Oder: Wolfgang Römer nimmt ihr alle Schreibarbeiten ab. Um die Kassenführung kümmert sich Markus Schmitz. Ihm gilt einer der ersten Besuche Brigitte Beckers, wenn das Fest gestartet ist. Besorgte Standardfrage: „Na, wie läuft's?” Und jeder, der schon einmal einen Kegelausflug organisiert hat, weiß: Wenn auch nur etwas beim Fest schief geht, und sei es das Wetter – natürlich wird Brigitte Becker dafür verantwortlich gemacht. Die 60-Jährige scheint's gelassen zu nehmen. Nach dem Fest ist vor dem Fest für sie: So geht's am Montag gleich mit einer ersten Manöverkritik weiter. Und am 26. September muss dann das große Helferfest organisiert werden. Gerne würde sich Brigitte Becker, die inzwischen Oma ist, aber auch in die zweite Reihe zurückziehen. „Vielleicht war das mein letztes Pfarrfest”, verrät sie. „Ich suche einen Nachfolger. Aber das ist gar nicht so einfach.”
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