50 Gleise und über 1 000 Arbeiter
21.07.2010 | 16:00 Uhr 2010-07-21T16:00:00+0200
Holzwickede.Als am 17. Dezember 1860 – also vor fast 150 Jahren, die erste Bahn am neu errichteten Bahnhof in Holzwickede stoppte, begann für die Emschergemeinde eine neue Ära. Dieser Ära widmet der Historische Verein Holzwickede e.V. eine Sonderausstellung, die am 29. August um 14.30 Uhr in der Heimatstube in Opherdicke eröffnet wird und bis Weihnachten bestaunt werden kann.
50 Kilometer Gleise
lagen im Bahnhof
„150 Jahre Bahnhof Holzwickede“ ist der Titel dieser Schau, für die der veranstaltende Verein noch Erinnerungsstücke sucht. Erinnerungsstücke an eine wechselvolle Zeitspanne von eineinhalb Jahrhunderten, in deren Anfängen sich der Holzwickeder Bahnhof ab 1867 mit der Verbindungslinie nach Hengstey zu einem der größten Güterbahnhöfe Westdeutschlands entwickelte. Nahezu 50 Gleise lagen damals zwischen Stehfen- und Morgenstraße nebeneinander, die im Bahnhofsbereich eine geschätzte Länge von insgesamt 50 Kilometern hatten. Der Bahnhof selbst war rund zweieinhalb Kilometer lang.
Mehr als 70 Loks trugen das Schild „BW Holzwickede“, wurden also im Betriebswerk gewartet und mit Kohle und Wasser versorgt. Über 1000 Beschäftigte, also gut ein Drittel der Erwerbstätigen in Holzwickede, lebten davon. Über viele Jahrzehnte durfte sich Holzwickede mit gutem Grund eine „Eisenbahner-Gemeinde“ nennen, denn wenn zum Beginn des Schuljahres die Berufe der Eltern abgefragt wurden, nannte der Großteil der Schüler Berufsbezeichnungen wie Lokführer, Güterbodenarbeiter oder Schrankenwärter. Eine Bezeichnung aus den 1930er Jahren blieb wegen ihrer Länge besonders in Erinnerung: der „Reichsbahn-Oberbaubetriebsassistent“. Ein besonderes Highlight ereignete sich am am 26. Juni 1931, als um 12.23 Uhr der 230 km/h schnelle Schienenzeppelin den Bahnhof Holzwickede passierte. Von ihm wurde 1929 nur ein Exemplar gebaut.
Der schwere Bombenangriff am 23. März 1945 setzte dem florierenden Bahnhof ein jähes Ende:
Der 23. März 1945 war
ein schwarzer Tag
Trotz intensiver Bemühungen, die Schäden zu beseitigen, wurden die Umladehallen (1963) und das Betriebswerk (1953) in der Nachkriegszeit geschlossen. 1991 folgten weitere Schritte wie die Schließung der Fahrkartenausgabe, 1994 fiel auch das Bahnhofsgebäude der Abrissbirne zum Opfer. Erst 1997 gab es wieder einfache Unterstellmöglichkeiten für die Bahnpassagiere.
Heutzutage gehört der Bahnhof Holzwickede sicherlich nicht mehr zu den Haupt-Arbeitgebern an der Emscher. Als Durchfahrts- und Nahverkehrsstation fristet er sein Dasein – lediglich aufgewertet durch die Nähe zum Flughafen Dortmund. Der Historische Verein wird die Geschichte des Bahnhofs anlässlich des 150-jährigen Bestehens ab dem 29. August darstellen. Zudem hat Herbert Wilhelmy die Broschüre „Die Eisenbahn in Holzwickede“ herausgebracht.
08:30
Als viel schwärzer für den Bahnhof würde ich die Zeit nach 1945 betrachten.
Hier haben die Dörfältesten vor lauter Witschaftswunder jahrzehntelang so getan als gebe es gar keine Eisenbahn in Holzwickede.
Nun ist Holzwickede zu einem Dortmunder Haltepunkt herabgestuft und in regelmäßigen Abständen ist das Geschrei groß.
Zu Spät !!!!!! Wie bei so Vielem !!!!