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Wie Straßenkinder in Haiti neue Hoffnung verspüren

20.07.2008 | 16:05 Uhr

Hohenlimburg. (kris) Zehn Gebote sind es in der Bibel. Für die Jungen und Mädchen des Straßenkinderprojekts von Don Bosco auf der Insel Haiti gibt es drei. "Du sollst nicht lügen. ...

Don-Bosco-Pater Atillo Stra (l.) berichtete gestern über seine Arbeit mit Straßenkindern in Haiti. Foto: Kristina Feste

... Deine Mitmenschen respektieren und ehrliche Arbeit annehmen", erklärt Don-Bosco-Pater Atillo Stra. "Aber diese müssen sie auch befolgen."

Es ist still in den Caritas-Räumen im Petrus-Canisius-Haus. Gespannt lauschten gestern nach dem Gottesdienst in der St.-Bonifatius-Gemeinde zahlreiche Gemeindemitglieder den Erzählungen von Atillo Stra. Der hat eine Mission: Er möchte möglichst viele Menschen in Deutschland auf die dramatische Situation der Straßenkinder in seiner Heimat aufmerksam machen. Und natürlich auch den Menschen einen Besuch abstatten, die er in seiner Heimat schätzen gelernt hat: Hans und Doratea Erkeling, Vorsitzende von Don Bosco International (die WP berichtete Samstag über ihre Arbeit).

"Wir brauchen mehr Menschen, die die Lage der Straßenkinder verbessern wollen", lobt er das Hohenlimburger Ehepaar. "Viele Kinder haben keinen Vater mehr. Sie sind den ganzen Tag alleine, weil die Mütter arbeiten müssen", erklärt er. "Das Land ist arm. Jugendliche und Kinder gehen auf die Straße, schließen sich Gangs an. Das Elend ist groß."

Ein bisschen, so hofft der Pater, hat sich die Situation einiger Straßenkinder verbessert. "Wir gehen auf die Straße und versuchen, Kontakt zu bekommen." Auf einem großen Platz treffen sich viele der Kinder. Es ist einer der wenigen Orte, wo sie ohne Angst spielen und betreut werden. Nachts liegen 200 bis 300 Menschen auf Matratzen auf dem Boden und schlafen dort. "Alles ist besser als die Straße", weiß Stra. "Dort ist es extrem gefährlich."

Gemeinsam mit anderen engagierten Menschen, bemüht er sich, den Kindern Lebensfreude und Hoffnung zu vermitteln. Sie mit elementaren Gütern zu versorgen. Manchmal kann er ihnen auch eine Perspektive geben. Denn in Workshops können die älteren Kinder berufliche Fähigkeiten erlernen. "Die Arbeit ist hart. Aber nichts ist schöner, als wenn man sieht, dass sie sich lohnt", erklärt Atillo Stra. "Je mehr Menschen sich engagieren, umso mehr können wir bewegen."

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