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Wenn beim Sport das Herz stehen bleibt . . .

20.12.2012 | 19:00 Uhr
Wenn beim Sport das Herz stehen bleibt . . .
Einweisung die die Handhabung eines Defibrillators: (von links) Ralf Kriegel (SZS), Mark Krippner (VfS), Wolf-Rüdiger Tews (Elseyer Apotheke) und Prof. Dr. Thomas Quellmann.Foto: Lutz Risse

Hohenlimburg. In Deutschland versterben am plötzlichen Herztod 100 000 bis 200 000 Menschen pro Jahr. Das Risiko, einen plötzlichen Herztod beim Sport zu erleiden, ist für Leistungssportler sogar 2,5-mal so hoch wie für Nicht-Sportler.

Deshalb hat sich auch der Verband für Sport (VfS), die Dachorganisation aller Hohenlimburger Sportvereine, mit der häufigsten Todesursache beschäftigt. „Wir haben uns deshalb immer wieder vorgenommen, einen Defibrillator anzuschaffen“, so Vorsitzender Mark Krippner.

Mit Hilfe von Wolf-Rüdiger Tews, u.a. Inhaber der Elseyer und der Dorfplatz-Apotheke, ist das Vorhaben jetzt geglückt. Er stiftete dem VfS ein solches Gerät. „Zusätzlich werden wir auch die Wartung übernehmen“, sagte der Apotheker.

Am Mittwochabend lud der VfS alle Hohenlimburger Sportvereine zu einer Einweisung in den Besprechungsraum der Rundturnhalle ein. In den Sanitätsraum dieser Sportstätte wird der Defibrillator auch installiert.

Für die technische Unterweisung gewann der VfS den Hohenlimburger Mediziner Professor Dr. Thomas Quellmann. Sein Vortrag war – was bereits vorher niemand anzweifelt hatte – sehr kompetent und für die Vereinsvertreter und Übungsleiter auch verständlich.

„Eine Einweisung in ein solches Gerät ersetzt nicht den Kursus einer Herz-Lungen-Wiederbelebung“, machte der Mediziner gleich deutlich. Er appellierte an die Vereine, in großer Runde mit allen Trainern an einem derartigen Kursus teilzunehmen bzw. das DRK auch vor Ort zu bitten. Professor Dr. Thomas Quellmann, seines Zeichen Radsportler und Tennisspieler, weiß, wovon er redet, hat selbst Todesfälle beim Sport erlebt.

Der Defibrillator kommt natürlich noch nicht sofort zum Einsatz, wenn ein Sportler zu Boden geht. Zunächst ist die Ansprechbarkeit und die Atmung zu prüfen. In jedem Fall ist sofort der Notarzt (112) zu alarmieren.

Sollte der Patient nicht ansprechbar und keine normale Atmung feststellbar sein, muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Ist diese erfolglos, kommt der Defibrillator zum Einsatz.

Die Elektroden werden rechts unterm Schlüsselbein und links unter dem Herz angeschlossen. „Das Gerät spricht mit Ihnen und sagt, was Sie tun müssen“, so Professor Dr. Thomas Quellmann. Das Gerät erkennt selbst das „Kammerflimmern“, die lebensbedrohliche pulslose Herzrhythmusstörung, und versetzt dem Patienten einen Stromstoß. „Alle Beteiligten müssen weg vom Patienten, dürfen ihn nicht berühren“, warnte der Mediziner. In sechs bis acht Minuten sollte der Notarzt eintreffen, der dann übernimmt. „Es ist eine Stresssituation“, so Professor Dr. Thomas Quellmann. „Daher rate ich, den Erste-Hilfe-Kursus zu besuchen und sich mit dem Gerät auseinanderzusetzen.“ So wird die Angst vor dem „Defi“ genommen. „Sie können in einer solchen Situation nichts falsch machen.“ Falsch ist nur, nichts zu tun.

Mark Krippner dankte zum Abschluss Thomas Quellmann für seine Ausführungen. „Natürlich hoffe ich, dass wir den Defibrillator nie brauchen werden.“

Lutz Risse


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