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Hoesch-Federn

"Welches Spiel ist das?"

29.10.2009 | 17:36 Uhr
"Welches Spiel ist das?"

Hohenlimburg. Es brodelt in der 430 Mitarbeiter starken Hoesch-Federn-Belegschaft. Ursache ist die Sorge um den Arbeitsplatz. Nach neuesten Plänen sollen sieben Mitarbeiter sofort nach Olpe versetzt werden, denn der Zentralservice soll aufgelöst werden.

Betriebsratsvorsitzender Gerold Vogel rief gestern zu einer Informationsveranstaltung.

Als die Kollegen den Saal anschließend verließen, waren sie so bedrückt, dass die meisten gar nicht reden wollten. Sie hatten Angst um ihren Arbeitsplatz, ihre Existenz. „Das hier ist mein Leben”, sagte ein älterer Kollege.

Der Betriebsratsvorsitzende stellte sich unserer Zeitung nach der Versammlung für ein Gespräch zur Verfügung.

Sieben Leute sollen sofort nach Olpe

Die Geschäftsleitung, erklärte Vogel, wolle die Service-Mitarbeiter dem jeweiligen Produkt zuordnen, was Flexibilität koste. Bisher könnten die Leute umfassender eingesetzt werden als nur bei einem Produkt. Die sieben Service-Leute für Stabilisatoren sollen sogar sofort nach Olpe. Vogel betonte, es gehe nicht so weiter, dass die Geschäftsführung unentwegt Konzepte vorlege, deren Nutzen niemand erkennen könne. Im Gegenteil, auch das neueste Konzept und Organigramm ließen die Vermutung zu, dass die Standorte verkaufsfähig gestaltet würden.

Neue Strukturen für den Vertrieb

Vogel: „Erst war eine Zentralisierung in Essen im Gespräch. Jetzt die Dezentralisierung. Was soll das? Welches Spiel wird gespielt und wer sind die Spieler?” Und weiter: „25 Geschäftsführer sind hier durchgegangen und haben viel Wind gemacht. Erfolg hatten sie alle nicht.” Der Betriebsrat fordert ein Umdenken der Geschäftsleitung.

Der Vertrieb brauche neue Strukturen, das international aufgestellte Unternehmen dringend eine Standardisierung im Fertigungsverfahren, es müssten dringend neue Märkte aufgetan werden, um sich von der Autoindustrie unabhängig zu machen. Andere Federnhersteller, die das längst verstanden hätten, wüssten der Aufträge kaum Herr zu werden.”

Nächste Woche will der Betriebsrat mit der Geschäftsleitung reden, wenn diese sich „offen und ernsthaft zeige.”

Lehrlinge sind besorgt

Auch die Hoesch-Federn-Lehrlinge sind besorgt: „Das müssen wir erst einmal verarbeiten”, sagt Eugen Hill. Der 22-Jährige absolviert seine Lehre zum Industriemechaniker bei Hoesch-Federn und war überrascht, als er gestern ein Schreiben der Geschäftsführung bekam. „Darin steht, dass ich nach Ende der Ausbildung - wenn überhaupt - nur befristet übernommen werde.”

Diese Nachricht kommt auch für die anderen Lehrlinge unerwartet. Helge Greve (21), Pascal Pelmer (24) und Patrick Piske (21) bangen um die Übernahme nach der Lehre. Denn: „Eigentlich steht in unserem Arbeitsvertrag, dass wir unbefristet übernommen werden.”Außerdem: „Man kann nicht erst etwas versprechen und es dann nicht halten.” Ihre Zukunftsplanung sei nun „über den Haufen geworfen.”

Übernahme wurde ausgehandelt

Dabei, erklärte Betriebsratsvorsitzender Gerold Vogel, sei in früheren Verhandlungen mit der Geschäftsführung unter der Bedingung des Einkommensverzichts eine unbefristete Übernahme der Lehrlinge ausgehandelt worden.

Kirsten Niesler und Kristina Mader

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Kommentare
01.11.2009
16:41
Welches Spiel ist das?
von lennesperling | #2

..seit Jahren nur Mist und Fummelei bei den Federnwerker. Was muss das für ein Gefühl sein, jeden Tag zur Arbeit zu gehen und sich zu fragen.... wer tritt uns denn heute in den Hintern.Tun mir echt Leid die MItarbeiter, kann den Frust verstehen, denn auch ich habe solche Dinge erlebt und weiß wie es ist.... Ich drücke Euch die Daumen und ich hoffe, viele Hohenlimburger tun dieses auch.

29.10.2009
20:37
Welches Spiel ist das?
von hagfri | #1

BWL Manager spielen doch nur noch Schach. In allen Branchen werden an der Front die Bauern die Malocher als erstes geopfert. Die Züge werden solange gespielt, bis auch der König kippt. Es gibt doch genug Beispiele in dem Montanunternehmen. In anderen Unternehmen sind die Tore schon geschlossen. Verträge, was ist das? Papier was nur am Tage der Unterzeichnung gültig war. Wie Elektronik die man kauft. Am nächsten Tag schon fast Altstoff. Das ist die Wahrheit und die Probleme in unserem Land.

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