Von Christkindern und Adventsbabys
21.12.2007 | 17:15 Uhr 2007-12-21T17:15:39+0100Hohenlimburg. Mehr als 800 Babys hat Iris Reimann schon auf die Welt geholfen. Ein echtes Christkind ist für die 46-jährige Chefhebamme des Elseyer Krankenhauses aber immer etwas ganz Besonderes.
Frage: Frau Reimann, was tippen Sie: Wird es in diesem Jahr ein Hohenlimburger Christkind geben?
Reimann: Das weiß man vorher nie. Für uns ist das das Aufregende an der Zeit um Weihnachten herum. Viele Frauen entbinden allerdings schon vorher in der Adventszeit.
Frage: Warum ist das so?
Reimann: Das liegt wohl an der Hektik und am Stress der Vorweihnachtszeit. Und der 24. Dezember ist auch nicht der beliebteste Geburtstag.
Frage: Und doch ist ein Christkind etwas ganz Besonderes.
Reimann: Ja, weil man es mit der Weihnachtsgeschichte in Verbindung bringt. Im vergangenen Jahr hat die Tochter unseres Gynäkologen an Weihnachten entbunden. So etwas bleibt in Erinnerung.
Frage: Die Weihnachtsgeschichte ist mit vielen Wundern behaftet.
Reimann: Jede Geburt ist ein kleines Wunder, jedes Neugeborene etwas ganz Besonderes. Aber an Weihnachten wird das einem noch bewusster. Die diensthabenden Hebammen freuen sich daher an den Feiertagen immer ganz besonders über eine Geburt.
Frage: Das Jesuskind lag in Windeln gewickelt in einer Krippe mit Stroh. Was braucht ein Neugeborenes in der heutigen Zeit am meisten?
Reimann: Die Liebe und Geborgenheit der Eltern.
Frage: Immer mehr Eltern sind damit überfordert.
Reimann: Wahrscheinlich fühlen sich viele Eltern allein gelassen. Die Umstände machen es einem heute nicht leichter -ob das die Berufstätigkeit, Arbeitslosigkeit oder Unterstützung bei der Betreuung der Kinder ist.
Frage: Was würden Sie sich wünschen?
Reimann: Dass die Gesellschaft ihre Verantwortung wahrnimmt und sich mehr um Kinder kümmert.
Frage: Trotz der für Familien oft schwierigen Lebensumstände sind Sie nicht nur an Weihnachten gern Hebamme.
Reimann: Ich bin mit Leib und Seele Hebamme, weil der Beruf mit vielen glücklichen und positiven Erlebnissen verbunden ist. Man begleitet eine Familie für ein paar Stunden und muss gleich Vertrauen erwecken. Das ist eine Herausforderung. Ich schätze an meiner Aufgabe auch, dass man den Frauen guten Beistand geben kann.
Frage: Manchmal ist das bestimmt auch sehr schwierig.
Reimann: Schon. Wenn man Kinder verliert oder wenn schwierige Familienverhältnisse gegeben sind. Aber das sind seltene Fälle. Die machen einem auch klar, dass bei einem glücklichen Ausgang alle zufrieden sein können.
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