Stau
Roosters marschierten über die A 45
03.02.2010 | 17:03 Uhr 2010-02-03T17:03:00+0100
Hohenlimburg. „Die Spieler des Eishockeyclubs Iserlohn Roosters marschieren bis zur Ausfahrt Olpe über die Sauerland-Linie.” Das vermeldeten gestern Morgen die Radio-Sender. Denn auch die Sportler steckten im Schnee-Stau auf der A 45 fest.
So dramatisch, wie sich diese Nachricht zunächst anhörte, war es insgesamt nicht. Einer, der in vorderster Front dabei war, ist Sascha Reimann, Busfahrer des väterlichen Reisedienstes von der Elseyer Straße.
Er war mit seinem Kollegen Udo Enax am Dienstagabend um 22.30 Uhr an der Eissporthalle in Straubing gestartet. Dort hatten die Iserlohn Roosters zuvor ebenso knapp wie unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung verloren.
Um vier Uhr im Stau vor Olpe
Angesichts der winterlichen Straßenverhältnisse standen die beiden Fahrer - Sascha Reimann löste seinen Kollegen Udo auf dem Rastplatz „Spessart” ab - nach dem Start ständig in Kontakt zum ADAC und zu Vater Jörg, der in Hohenlimburg Notdienst schob.
Bekannt war, dass sich in den Nachtstunden aufgrund von Eis und Schnee ein Stau auf der Sauerlandlinie gebildet hatte. „Tendenz abnehmend”, hatte Vater Jörg erfahren und so gab er zu fortgeschrittener Stunde seinem Sohn grünes Licht, auf der A 45 zu bleiben.
Rund drei Kilometer hinter dem Autobahnkreuz Olpe dann gegen vier Uhr ein Stau, rund fünf Kilometer vor der Ausfahrt Olpe.
Spieler gingen zu Fuß zum Ersatzbus
„Kein Problem”, dachte Sascha Reimann, schlief der Großteil der Eishockeycracks sowie des Trainer- und Betreuerstabes. Der Rest der Spieler wurde mit warmen Getränken versorgt.
Als Sascha Reimann um 9 Uhr (!) von der Polizei erfuhr, dass rund einhundert Lastwagen freigeschleppt werden müssen, griff der Notfallplan B. Ein befreundetes Unternehmen aus Lüdenscheid (Jörg Reimann: „Wir wollten keine Zeit verlieren”) startete in Richtung Autobahnausfahrt Olpe.
Gleichzeitig setzten sich die Spieler zu Fuß über den Standstreifen in Bewegung. Angeführt von Manager Karsten Mende. „Die Akteure haben es mit Humor genommen”, so Sascha Reimann.
Ausrüstung und Schläger kamen später nach
In Olpe nahm der Fahrer des Lüdenscheider Busunternehmens dann die Cracks auf und brachte sie nach Iserlohn, wo sie gegen 11.30 Uhr eintrafen.
Ohne seine Gäste an Bord („deren Sicherheit geht generell vor”) wagte der 24-jährige Hohenlimburger dann den „Ritt” über die vereiste Fahrbahn durch die LKW-Gasse, durch die die Polizei zuvor schon Personenwagen gelotst hatte, bis zur Ausfahrt Olpe. Sascha Reimann: „Die war mit einer Zentimeter dicken Eisschicht überzogen. Hier hatte noch kein Räumdienst gestreut. Unverständlich.”
Nur im Schritttempo wagt er sich deshalb die Ausfahrt hinunter und steuerte anschließend in Richtung Eissporthalle, um die Schläger und Ausrüstung auszuladen.
Am Sonntag geht's zum Auswärtsspiel - wieder über die A 45
Kurz vor 14 Uhr nahm in Elsey Vater Jörg seinen Filius erleichtert in die Arme, froh darüber, dass die Straubing-Fahrt ein glückliches Ende genommen hatte. Gleichzeitig schüttelte er den Kopf. „Seit 1999 fahren wir die Iserlohn Roosters, sind jährlich mit den Cracks rund 20 000 Kilometer unterwegs. Aber so etwas hat es noch nicht gegeben.” Eine Anekdote, die er sicherlich nicht vergessen wird.
Am Sonntag starten die „Roosters” übrigens zur nächsten Auswärtsfahrt. Ebenfalls über die A 45. Zu den „Lions” aus Frankfurt. Dann wird Sascha wieder am Steuer sitzen und hofft, dieses Mal nicht nur die Spieler, sondern auch die Punkte sicher nach Iserlohn zu bringen.
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