Regierungspräsident: "Leistungsstützpunkt ist einzigartig"
28.08.2009 | 17:00 Uhr 2009-08-28T17:00:00+0200
Hohenlimburg. Applaus von den Stadtparlamentsbänken des Hohenlimburger Rathauses für einen aufmerksamen Zuhörer: Am Mittwoch würdigten die Vertreter aller Parteien in der Sitzung der Bezirksvertretung die Leistungen von Kanu-Vater Siegfried Schulte für den heimischen Sport.
Der Beifall freute Siegfried Schulte sichtlich. Noch mehr freute er sich jedoch darüber, dass auch die Bezirksvertretung sich dem Votum des Sportausschusses anschloss, um die einzige Naturstrecke für Kanuten in Deutschland mit einer 1,2 Millionen Euro teuren Umbaumaßnahme aufzuwerten und wieder auf internationalen Stand zu bringen.
Gleichwohl wissen die heimischen Politiker, dass eine Erhöhung des Lenne-Wehres, um dadurch eine höhere Fließgeschwindigkeit im Wildwasserpark zu erzielen und die Strecke somit schwieriger zu gestalten, zu einem Knackpunkt werden kann.
Zunächst ist ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, weil die Lenne „verändert wird”, und deshalb in einem Planfeststellungbeschluss die wasserrechtliche Genehmigung eingeholt werden muss.
Aus diesem Grund sind die Träger öffentlicher Belange einzubeziehen. Dabei müssen die Pläne öffentlich ausgelegt werden, damit sich die Bürger informieren, ihre Bedenken vorbringen und möglicherweise Widerspruch einlegen können.
„Leistungsstützpunkt
ist einzigartig.”
Helmut Diegel
Wenn dabei alles planmäßig läuft, könnte Ende des Jahres bauordnungsrechtlich grünes Licht für die Baumaßnahme gegeben werden.
Nicht nur Bund und Land haben signalisiert, den Ausbau des Wildwasserparks mit einem stattlichen Finanzpaket von fast einer Million Euro fördern zu wollen, sondern auch die Arnsberger Bezirksregierung steht hinter dem Projekt. „Diese Sportstätte hat eine Berechtigung. Sie ist ein Leistungsstützpunkt des Landes und als Wildwasserpark einzigartig”, versichert auch Regierungspräsident Helmut Diegel, die Hohenlimburger Kanuten im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen zu wollen.
Natürlich muss die Stadt Hagen dazu die Voraussetzungen erfüllen. Das heißt, die erforderlichen Anträge stellen. Auch an die Bezirksregierung. „Das ist bislang leider noch nicht geschehen”, sagte Helmut Diegel im Gespräch mit der Westfalenpost. „Die Maßnahme ist bislang noch nicht angemeldet.”
Bei einer Förderung durch Bund und Land im Rahmen der Sportstättenbau-Richtlinie in Höhe von achtzig Prozent ist ein Eigenanteil für die Stadt Hagen von 20 Prozent erforderlich. „Darüber kann man mit der Kommunalaufsicht reden, daran muss das Projekt nicht scheitern. Allerdings setzt dies natürlich voraus, dass die Stadt die Kanustrecke in ihre Prioritätenliste aufnimmt”, sagte Diegel. Der Verein will sich im Übrigen in einer Größenordnung von 48 000 Euro beteiligen.
Andererseits hält Diegel auch eine Förderung durch das Konjunkturpaket II für möglich. Bislang hat Hagen 70 Prozent der Fördermittel verplant. „Dreißig Prozent sind noch frei.” Deshalb macht er darauf aufmerksam, dass die Anträge von der Stadt Hagen so schnell wie möglich gestellt werden sollten.
Nur eines geht nach Einschätzung des Regierungspräsidenten nicht: Die Vermischung der beiden Fördermöglichkeiten.
10:33
Da wird viel Geld ausgegeben, dass den anwohnenden Bürgern die Keller unter Wasser setzt.