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Prise Humor gibt wendungsreichem Spiel die Leichtigkeit

21.01.2015 | 10:00 Uhr
Prise Humor gibt wendungsreichem Spiel die Leichtigkeit
Ralf Schlüter und Alexandra Beer bei der Premiere Gut gegen NordwindFoto: Marc Miertzschke

Hohenlimburg. Wenn zwei Menschen sich im Internet begegnen, kann alles passieren, muss aber nicht. Denn das Internet verbindet die Menschen und trennt sie doch. Kommunikation per E-Mail ersetzt persönlichen Kontakt, schafft Anonymität, aus der heraus man sich manchmal auf etwas einlässt, das man sich in der Realität vielleicht nie getraut hätte.

Wenn dann noch Gefühle einsetzen, wird es problematisch: Was sich daraus entwickeln kann, zeigt das Theater Pfiffikus momentan eindrucksvoll auf der Bühne. Sein Stück „Gut gegen Nordwind“ feierte am Sonntagabend Premiere im Werkhof.

Kommunikation im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stehen darin die Höhen und Tiefen der Kommunikation zweier Menschen. Leo (Ralf Schlüter) und Emmi (Alexandra Beer) geraten zufällig per E-Mail in Kontakt. Bald wird mehr daraus, aus der Verwechslungs-Mail entwickelt sich ein kurzer Flirt, schließlich wollen beide ihre Bekanntschaft auch in der Realität erleben. So greift das virtuelle ins reale Leben über, Begehrlichkeiten auf beiden Seiten der Leitung werden geweckt, das führt unweigerlich zu Spannungen. Denn Emmi ist verheiratet.

„Gut gegen Nordwind“ ist die Bühnenadaption eines Romans von Schriftsteller Daniel Glattauer. Sein gleichnamiges Buch ist die moderne Variante eines Briefromans, der die wechselseitige Kommunikation zweier Menschen nachvollzieht.

Die Theater-Umsetzung von Regisseur Markus Beer (der auch in einem kurzen Auftritt zu sehen ist) überträgt auf die Werkhof-Bühne jene Spannung, die im bangen Erwarten von Antworten auf dringende, emotionale Fragen liegen.

Mit viel Applaus zeigte das Premierenpublikum, dass diese Umsetzung ankam.

Das liegt natürlich an den Schauspielern: Ralf Schlüter und Alexandra Beer machen in ihrer überzeugenden Darstellung die Etappen der Beziehung, der wachsenden Zuneigung und die damit einhergehenden Konflikte greifbar. Sie lassen die Distanz spüren, die ihre Charaktere in den E-Mails zu überbrücken versuchen. Nach und nach, als der Schriftverkehr persönlicher und intimer wird, enthüllt sich ihr Bühnen-Charakter immer mehr.

Das richtige Leben ist einfacher

Die Figuren schrittweise anhand von Textnachrichten kennenzulernen, hat seinen Reiz und bildet den Rahmen dieses modernen Stücks, das anschaulich das Thema „Internet-Bekanntschaft“ verdeutlicht und hochemotional vertieft.

Gewürzt ist das ganze mit einer Prise Humor, die dem Stoff die notwendige Leichtigkeit verleiht.

Das Ende des wendungsreichen Schauspiels gibt dem Zuschauer zu denken: Manchmal erscheint es doch einfacher, sich im richtigen Leben näherzukommen.

Marc Miertzschke

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2015-01-21 10:00
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