Nackt-Tanker ist Realschullehrer
26.02.2009 | 19:25 Uhr 2009-02-26T19:25:00+0100Splitterfasernackt fuhr am 28. Januar um 19.15 Uhr der Lehrer Adam N. (Name geändert) mit seinem unschuldig weißen BMW an der Shell-Tankstelle an der Elseyer Straße vor.
Er befüllte den Wagen, zahlte im Adams-Kostüm korrekt an der Kasse und fuhr davon. Zurück blieb eine perpelexe Kassiererin sowie ein Video der Überwachungskamera, die den Vorgang in allen Details festgehalten hatte.
Einige Tage später erschien die Szene als Video im Internet-Portal Youtube. Nur wenig Zeit verstrich, bis Schüler ihren Lehrer entdeckten und dessen textillose Freizeitaktivität in der Schule publik wurde.
Schnell wurde die Schulaufsichtsbehörde in Detmold aktiv. Adam N. wurde an eine andere Schule versetzt, weil es „kein unbelastetes Verhältnis“ mehr zu dem Pädagogen geben könne.
Die Schüler hatte der Vorgang wenig erregt: „Coole Nummer“, „geiler Typ“ lauteten deren häufigsten Kommentare. Über die Absichten, die der Lehrer mit seiner Nacktfahrt verfolgte, ist der Schulaufsicht bislang nichts bekannt. So sei auch nicht in Erwägung gezogen worden, ob Adam N. mit seiner spärlichen Bekleidung auf die Unterbezahlung seiner Berufsgruppe aufmerksam machen wollte.
Licht ins Dunkele bringen könnte die Staatsanwaltschaft Hagen. Sie ermittelt gegen Adam N. nach Eingang einer Anzeige. Derzeitiger Vorwurf: Vorliegen einer exhibitionistischen Handlung. Dies wäre eine Ordnungswidrigkeit. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte aber nicht ausschließen, dass es sich juristisch auch um „Erregung öffentlichen Ärgerniss' handeln könne. Das wäre dann ein Offizialdelikt, das die Behörde auch ohne Anzeige verfolgen müsste.
Großen Wert legt die Schulaufsicht auf die Feststellung, dass Adam N. bislang keine Vorwürfe wegen sexueller Belästigungen vorlägen. Der Pädagoge sei im Schulalltag stets korrekt aufgetreten. Kurioserweise fuhr Adam N. wenige Tage nach der Nackt-Tankaktion beim Hagener Polizeipräsidium vor und gestand die Tat: „Ich bin der Nackte.”
Warum der Ostwestfale noch einmal fast einhundert Kilometer fuhr, um sich der Polizei zu stellen, ist den Bekannten schleierhaft. Dafür lieferte er den Polizisten aber den Grund für seine verrückte Tat: „Ich habe eine Wette verloren.”
02:10
Meine Güte, an jedem Strand kann man so etwas sehen. Interessant ist allerdings, ob sich die Tankstellenbetreiber (oder wer sonst war das) nicht schuldig gemacht haben, als sie das Video veröffentlicht haben. Schließlich gibt es das Recht am eigenen Bild oder sowas.
10:28
Tja, Wettschulden sind Ehrenschulden... :-) Der Mann steht zu seinem Wort. Cooler Typ!
10:13
Ist die öffentlich-rechtliche Reaktion nicht etwas überzogen?