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„Münzen liebevoll zu Schmuck zersägt“

15.12.2012 | 10:00 Uhr
„Münzen liebevoll zu Schmuck zersägt“
„Zerstörte" Münzen - Künstlerin Stefanie Schiffgen zersägt Münzen aus aller Welt und formt sie zu neuen Schmuckstücken.Foto: Christian Rasche

Hohenlimburg. Es ist ein ebenso außergewöhnliches wie ausgefallenes Hobby. Lehrreich und informativ obendrein. Denn Stefanie Schiffgen ist Münzsägerin, beschäftigt sich somit mit historischen und aktuellen Münzen. Anders jedoch als ein Munismatiker, der diese sammelt und archiviert.

Die 41-jährige Ur-Hohenlimburgin mit Wohnsitz in der Schweiz sägt vielmehr mit Geschick und Präzision optisch ansprechende Motive aus Original-Münzen aus, schafft damit besondere Kunstwerke und somit auch Schmuckstücke.

Gegenwärtig besucht sie ihre Heimatstadt. Denn die Münzsägerin lebt seit nunmehr fünf Jahren mit ihrem Mann in Niederönz bei Solothurn. Dort hat sie ihr Hobby so sehr perfektioniert, dass sie vor Weihnachten nach Hohenlimburg kommt, um das „liebevoll zerstörte Geld“ auf Märkten als außergewöhnliche Geschenke anzubieten. Zusammen mit ihrem Vater Reinhard Kusch betreibt sie alljährlich im Advent einen Gemeinschaftsstand. So am Wochenende im Iserlohner Künstlerviertel Barendorf.

Die Kreativität und die besondere Fähigkeit, filigrane Handwerksarbeiten zu erstellen, hat sie von ihm geerbt und erlernt. Denn Reinhard Kusch stellt seit vielen Jahren aussagekräftige Holzarbeiten her.

Wie jedoch findet eine junge Frau, die einst Deutsch, Englisch und Pädagogik studiert hat und in der Schweiz als freie Unternehmerin Schulungen anbietet, zu einem solchen Hobby? „Ich habe vor vielen Jahren im Urlaub mal einen Münzsäger bei seiner Arbeit gesehen“, berichtete sie gestern beim Redaktionsbesuch. Diese Tätigkeit faszinierte sie so sehr, dass sie vor rund zehn Jahren zunächst Selbstversuche startete und diese zwischenzeitlich zu einer ernsthaften Freizeitbeschäftigung ausgebaut hat.

„Schon vor einhundert Jahren sägte man in verschiedenen Ländern Münzen aus. Besonders häufig Köpfe von Monarchen. Schon damals waren Münzen als Schmuckstücke sehr beliebt“, erzählt sie. Und das hat sich bis heute nicht verändert. Auch die Produktionsart ist geblieben. Damals wie heute werden die Münzen von Hand gefertigt. Wie bei Laubsägearbeiten.

Für einige Münzen benötigt sie rund 90 Minuten, für andere einen ganzen Tag. Das hängt von der Größe der Münzen, der Dicke und der Legierung ab. „Die italienische 50-Lire-Münze ist beispielsweise relativ dünn. Aber das Sägen dauert lange, weil diese Münze aus rostfreiem Stahl besteht.“

Bevor die Münzen bearbeitet werden, werden sie aufwändig gereinigt. Dann überlegt sich die 41-Jährige, wie diese gestaltet werden können und markiert jene Stellen, die zum Einfädeln der Sägeblätter benötigt werden. Anschließend bohrt ihr Ehemann kleine Löcher, so dass Stefanie Schiffgen danach mit den eigentlichen Sägearbeiten beginnen kann. Um exakt zu arbeiten, benutzt sie eine Lupe.

Viele Kunden schicken ihr aus dem Urlaub mitgebrachte Münzen zur Bearbeitung. Andere setzen auf das ungemein große Angebot, das sie in den zurückliegenden Jahren angehäuft hat. Besonders beliebt ist die amerikanische Ein-Dollar-Münze mit der Freiheitsstatue. Aber auch der Eiffelturm oder das alte Fünf-D-Mark-Stück („Heiermann“) sind ebenso begehrt wie Pferde, Katzen oder Hunde.

Volker Bremshey



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