Klassische Musik erklingt auch 2010
05.01.2010 | 16:03 Uhr 2010-01-05T16:03:00+0100Sie lässt sich nicht beirren: „Klassische Musik gehört einfach hierhin, aufs Schloss!” Julia Dettmann, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Schloss Hohenlimburg GmbH, hält an dem Konzept fest, Musikveranstaltungen im und um das Hohenlimburger Wahrzeichen zu arrangieren
Damit sieht sich durchaus in der Tradition des Fürstenhauses. Denn in den Geschichtsquellen, die die zurückliegenden Jahrhunderte in der Grafschaft Limburg beleuchten, heißt es immer wieder, dass im Schloss seit jeher mit Begeisterung musiziert und gefeiert worden ist: Schon im 18. Jahrhundert habe Graf Moritz Casimir eine besondere Vorliebe für Hausmusik entwickelt. Damals, so die Chronisten, musste auch jeder, der eine Anstellung im Hohenlimburger Schloss anstrebte, ein Musikinstrument beherrschen.
Einmal abgesehen von den musischen Aktivitäten auf den Höhen der einst selbstständigen Stadt: Oben erwähnte Qualifikation der Schloss-Bediensteten hat sich womöglich auf lange Sicht auch auf die „Untertanen” positiv ausgewirkt: Ob Chorgesang, klassische Musik, punkiger Rock oder fetziger Rockabilly - immer wieder haben Hohenlimburger auf und unter dem Schlossberg musikalisch auf sich aufmerksam gemacht.
Julia Dettmann jedenfalls hält auch im neuen Jahr an ihrem Konzept fest. Dabei hatten sich jüngst die „Internationalen Kammermusiktage” (vom 7. bis 29. November 2009) für die beteiligten Künstler als Verlustgeschäft erwiesen — obwohl höchste musikalische Kunst geboten wurde. „Ich denke an eine etwas andere Ausrichtung und habe dabei auch moderatere Preise im Kopf”, erläutert die Geschäftsführerin die ambitionierten Pläne für 2010.
Zunächst bietet sie Musikfreunden aus Nah und Fern einen weiteren klassischen „Leckerbissen” an: Am Sonntag, 17. Januar, 17 Uhr, konzertiert im Fürstensaal des Schlosses das populäre „Trio Senza Frontera”. Federführend ist Violonistin Barbara Stanzeleit, auch Leiterin einer Musikschule gleichen Namens im benachbarten Schwerte. Sie bildet talentierte Schüler aus ganz Westfalen aus.
„Musik kennt keine Grenzen”: Das besagt auch der Name, den sich das Trio gegeben hat. 1994 hatten sich drei Musiker aus Deutschland und Bulgarien zum gemeinsamen Konzertieren zusammengefunden. Gemeinsam gestalteten sie seither Musik, die über Landesgrenzen und Stilrichtungen hinaus verbindet. Immer wieder nahm das Publikum die Darbietungen des Trios in den vergangenen Jahren mit Begeisterung auf. Die Chefin des Trios, Barbara Stanzeleit, ist Geigerin mit internationaler Konzerterfahrung.
Und auch Professor Filip Pavlov genießt internationales Ansehen: In seiner Heimat Bulgarien ist er ein bekannter Komponist. Auch er war 1994 bereit, bei dem Projekt mitzuwirken. Seither komponiert und arrangiert er viele Werke speziell für diese Besetzung — und nimmt auch selbst am Flügel Platz. Das Trio komplettiert Cellist Alexander Stürzinger. Auf dem Programm des Konzertes im Fürstensaal stehen daneben unter anderem das „Zigeunertrio” von Joseph Haydn, das „Gassenhauertrio” von Ludwig van Beethoven, die „Elegie” von Gustave Faure und die „Eingebung” von A. Tekeliev, eine Uraufführung.
Der Eintritt kostet neun Euro, Schüler zahlen fünf Euro. Weitere Informationen und Kartenvorbestellungen unter 02334/2771 oder www.schloss-hohenlimburg.de.
08:05
...Fortsetzung...... und außerdem sind die Geschichten die am Schloss veranstaltet werden nicht unbedingt Jedermans Sache und beschränkt sich auf ein kleines Publikum. das auch die Eintritte bezahlen kann und will, aber warscheinlich ist es auch so erwünscht. Die breite Masse soll den Eintritt bezahlen, der dann den Stars an Gage ausgezahlt wird?
18:12
Sehr geehrte(r) gkaufmann
Ihre Beschreibung unseres Ortes ist richtig. Die Tatsache, dass Frau Dettmann ihren Job hervorragend macht, ist unstrittig; zudem stimmt das ausgewogene und größtenteils hochwertige Programm am Schloss.
Trotzdem ist es nicht vorrangige Aufgabe von heimischer Presse, eine derart einseitige Berichterstattung zu fahren und damit einen Betrieb bevorzugt zu behandeln. Hohenlimburg hat trotz aller Nöte weit mehr zu bieten als ein Schloss und wir sollten es nicht zulassen, dass der Eindruck entsteht, als stehe und falle das Wohl unserer Stadt ausschließlich an einer Stelle.
09:16
vielleicht ist es das Umtriebige was hier manchem meckernden zeitgenossen fehlt, wenn das angebot nicht ihrem geschmack entspricht, dann ist das schade, aber es entspricht ja dem geschmack vieler anderer, und ich bleibe dabei, was hat hohenlimburg als alleinstellungsmerkmal außer dem schloss, dass das wahrzeichen der stadt bzw. des ortes ist?
leerstände in der fußgängerzone, erhöhten migrantenanteil, arbeitslose, verwahrloste kinder, suppenküche...etc:? das zieht keinen an, das haben die Nachbarstädte bereits selbst in Hülle und Fülle.
Und bevor das Getrete unterm Tisch wieder losgeht: ich bin weder mitglied der adelsfamilie noch ein anhänger der adels- und königshäuser noch verwandt mit genannter dame im artikel.
Was das Schlossprogramm zu bieten hat, ist recht facettenreich; und die Eintrittspreise mehr als moderat! Wenn es nicht meinem persönlichen Geschmack entspricht, dann lässt es mich kalt, bin dennoch froh, dass Menschen sich angesprochen fühlen. Ich bin kein Freund von Basketballspielen oder Stadtfesten an sich, bin aber nciht für deren Abschaffung. Wie nennt man das noch, was hier leider sehr vielen Zeitgenossen fehlt: Toleranz, Esprit, Begeisterungswille und der Wille, etwas zu bewegen.
Schade!
08:26
was sag ich da als Kulturbanause? Jammermusik zum Vorzugspreis für Insider ?
Nr 1 gebe ich völlig Recht, aber die prinzessin von der gGmbH ist ja sehr untriebig und hat wohl überall Gönner in der Schreibzunft
00:16
Vielleicht sollte die heimische Zeitung doch langsam umbenannt werden und den netten Namen Schloßpostille erhalten. Jedem Inhaber eines anderen heimischen Betriebes müsste die Galle hochkommen, denn dieser muss seine Werbung teuer bezahlen.
So langsam fällt es auch mir als Hohenlimburger schwer die Argumente derer zu entkräften, die für eine Schließung der Hohenlimburger Redaktion plädieren.
Es reicht, meine Herren!