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Hohenlimburgerin setzt sich für Laborhunde ein

18.02.2010 | 13:05 Uhr
Hohenlimburgerin setzt sich für Laborhunde ein

Hohenlimburg. Sie sind gutmütig, vertrauensvoll und robust - und das ist ihr Schicksal. Zumindest für jene Beagles, die in Laboren gehalten werden. Iris Alberts aus Hohenlimburg hat das Schicksal der Tiere so bewegt, dass sie ihnen ein zweites Leben ermöglichen will.

Sie sind gutmütig, vertrauensvoll und robust - und das ist ihr Schicksal. Zumindest für jene Beagles, die in Laboren gehalten werden, um als „Versuchskaninchen" den medizinischen Fortschritt zu garantieren. Gezüchtet somit, um Menschen und auch Tieren ein angenehmeres Leben zu ermöglichen.

„Keine andere Hunderasse wird häufiger genutzt", weiß Iris Alberts aus Hohenlimburg. Und das Schicksal dieser Vierbeiner hat sie so bewegt, dass sie sich vor zwei Jahren entschloss, sich als Vorsitzende an die Spitze der bundesweit agierenden „Laborbeaglehilfe" zu stellen und diesen Tieren nach ihrem Leben als Laborhund ein zweites lebenswertes Hundeleben zu ermöglichen.

Mehr als 400 Hunden eine Zukunft geschenkt

Inzwischen setzt die 47-Jährige auf 15 weitere ebenso engagierte Frauen und Männer als Mitstreiter, die dieses Ziel ebenfalls verfolgen und in den zurückliegenden 24 Monaten bereits mehr als 400 Hunden eine positivere Zukunft geschenkt haben.

„Schreiben Sie bloß keine Horrorgeschichte", warnt die Hohenlimburgerin davor, die Labore, die an Universitäten und Hochschulen Beagles zu medizinischen Zwecken nutzen, in Bausch und Bogen zu verdammen. Für die Tierliebhaberin sind diese nämlich Fluch und Segen zugleich.

Ein neues, glückliches Zuhause

Die Hohenlimburgerin Iris Alberts am Schloss mit Beagle Karlchen (5) und Sally (8)

Deshalb arbeitet sie mit den verschiedenen Laboren durchaus konstruktiv zusammen. Einige nutzen diese Kooperation in aller Offenheit, wie die Universitäten in München oder in Hannover, andere lieber hinter verschlossenen Türen. Iris Alberts steht dabei stets in Kontakt zu den Mitarbeitern, erfährt somit, zu welchem Zeitpunkt diese nach Abschluss eines Experiments oder einer Versuchsreihe wieder Tiere abgeben, die zwischen neun Wochen und zwölf Jahren alt sind.

Dass nicht alle Hunde das Martyrium überleben, ist eine traurige Tatsache. Aber irgendwie nicht zu ändern.

Die abzugebenden Hunde vermittelt sie mit ihren Vereinsmitgliedern in jene Familien, die den gestressten Tieren ein neues, glückliches Zuhause geben möchten.

Hunde leiden unter den Folgen des Laboraufenthalts

„Natürlich schauen wir uns zunächst die neuen Frauchen oder Herrchen an", versicherte Iris Alberts, verbunden mit dem Grundsatz, die Beagles nicht „um jeden Preis" zu vermitteln. Denn angesichts der Vorgeschichte dieser Tiere sind gewisse Kriterien unabdingbar und somit zu erfüllen. Deshalb müssen die Interessenten auch einen Fragebogen auszufüllen.

Zum Vorteil ist es dabei, wenn die potentiellen Hundebesitzer schon Vorkenntnisse und Erfahrung im Umgang mit Vierbeinern besitzen. Aufgrund der fehlenden (natürlichen) Sozialisation haben die Laborhunde nämlich häufig (kleinere) Macken, weil sie in den Laboren reizarm aufgewachsen sind. Bei vielen sind die Geruchssinne gestört, vielfach reagieren die Tiere empfindlich auf Geräusche. „Die Hunde müssen oftmals Dinge lernen, die für Artgenossen selbstverständlich sind."

Vom Beagle-Virus befallen

Die 47-jährige Hohenlimburgerin ist selbst vom Beagle-Virus befallen. Sally (8) und Karlchen (5) genießen ebenso wie Lenni (2) unterm Schlossberg ihr neu gewonnenes Hundeleben und erweisen sich als „liebevolle Schmusetiger", die sich auch von fremden Personen gerne kraulen und verwöhnen lassen.

Eine große deutsche Frauenzeitschrift hat die Lebensleistung der Hohenlimburgerin jetzt gewürdigt und sie in Konurrenz zu vier anderen engagierten Frauen zur Kandidatin für den Titel „Frau des Jahres" gemacht. Gegenwärtig läuft die Abstimmung.

Volker Bremshey

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