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Senioren überfordert

Eins, zwei, drei im Sauseschritt...

01.12.2009 | 17:00 Uhr

Hohenlimburg. Es ist seit Jahren ein Ärgernis - ein gefährliches obendrein. Die Lichtzeichenanlage im Kreuzungsbereich Stennertstraße / Im Weinhof.

Der Grund: Die Zeit für die Überquerung der stark befahrenen Bundesstraße ist viel zu kurz. Bestes Beispiel am Sonntagmorgen: eine Seniorin wartet geduldig am Fahrbahnrand, möchte offenkundig den Gottesdienst in der nahen Sankt-Bonfatius-Kirche besuchen. Die Lichtzeichenanlage springt für die Fußgänger von rot auf grün. Die Seniorin betritt die Fahrbahn und schafft es nicht einmal bis zur Mitte - da leuchtet schon wieder das rote Männlein.

Die Rotlichtphase an der Stennertstraße ist zu kurz.

Kein Einzelfall. Die Hohenlimburger SPD hatte deshalb die Schaltung dieser Lichtzeichenanlage zum Tagesordnungspunkt der Sitzung der Bezirksvertretung gemacht. Aufgrund der zahlreichen Klagen, die den Politikern zu Ohren gekommen sind, wird deutlich, viele Fußgänger sind sehr verunsichert. Nicht nur die Senioren, sondern auch die Eltern von Kindergartenkindern, die den täglichen Sport - „eins, zwei, drei im Sauseschritt über die Bundesstraße 7” - nicht länger mitmachen möchten.

Deshalb regen die Genossen eine Verlängerung der Grünphase für die Fußgängeer an. Doch das, das macht Jutta Schüler (Stadt Hagen) deutlich, sei nicht so einfach, schließlich laufe „die Ampel in einem festen Programm”.

Und auch rein rechnerisch sei alles logisch aufgebaut. Und das liest sich so: Die Grünphase beträgt zehn Sekunden. Ein normal trainierter Mensch schafft rund 1,2 Meter in einer Sekunde - im Klartext rund 12 Meter. Die Fahrbahnbreite ist an dieser Stelle 17 Meter. Da ist schon mal Zwischengas erforderlich.

Somit fehlen während der Grünphase fünf Meter. Nicht tragisch für die Verwaltung, denn es gibt zwischen Rotlicht für die Fußgänger und Grünlicht für die Autofahrer eine Toleranzphase.

Problematisch wird es jedoch für Senioren, die nicht nach dem Motto „Jugend trainiert für Olympia” die Fahrbahn queren können, weil sie selbst die vorgegebenen 1,2 Meter pro Sekunden aus gesundheitlichen Gründen nicht (mehr) schaffen. Letztlich wurde in der Bezirksvertretung keine Lösung gefunden. Wie sagte Jutta Schüler? „Was man den Fußgängern Gutes tut, um die Grünphase zu verlängern, nimmt man den Autofahrern weg.”

Volker Bremshey

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