Deutsch-jüdische Familie vereint
15.05.2007 | 03:04 Uhr 2007-05-15T03:04:26+0200Hohenlimburg. (mir) Es ist eine Geschichte, die von Vertreibung, Flucht und Leid geprägt ist. Aber sie schließt mit einem Happy-End ab, das jetzt in Hohenlimburg gefeiert werden konnte.
Nachdem Mitglieder der Familien Aptekman und Meyer in der Nazizeit getrennt wurden, ist die deutsch-jüdische Familie nun wieder komplett. Das Wiedersehen und Kennenlernen der drei Generationen wurde mit einem Besuch in der Hohenlimburger Synagoge gekrönt. Adalbert Böning führte die Familie durch das historische Gotteshaus. Mit dabei: die Hohenlimburgerin Brigitte Klein.
Nach jahrzehntelanger Erforschung der eigenen Familiengeschichte und Suche nach Verwandten in Deutschland konnte die Genealogin Monica Aptekman Caro aus Argentinien vor zwei Jahren endlich ihre Tanten, Cousinen und Großnichten in die Arme schließen. Doch neben der puren Freude über das Kennenlernen stand auch noch das Aufarbeiten der schmerzhaften Vergangenheit an. Denn der Großvater von Monica Aptekman Caro setzte mit seiner jüdischen Ehefrau nicht nur drei Söhne, darunter Gerd, Monicas Vater, in die Welt. "Die Ehe meines Großvaters Julius hielt nämlich nicht. Man trennte sich, ließ sich aber nicht scheiden. Schließlich verliebte sich Julius in eine Bürogehilfin, eine Christin. Mit ihr bekam er zwei Töchter. Eine davon ist die Mutter von Brigitte Klein, die beide in Hohenlimburg ihr Zuhause gefunden haben", erläuterte Monica Aptekman Caro, die mit ihrem Ehemann die Lennestadt besuchte. "Mein Großvater hat beide Mädchen anerkannt, ließ sie aber als Christinnen aufwachsen. Beide Frauen wussten zwar voneinander, aber der Kontakt untereinander war einfach nicht gegeben. Schließlich war es eine ganz andere Zeit damals", erinnerte sich die 62-Jährige, die 1945 in Südamerika zur Welt kam, nachdem ihr Vater 1936 zunächst nach Uruguay und dann nach Argentinien übersiedelte, um dort für die britische Eisenbahngesellschaft zu arbeiten. In Paris und Israel fanden ihre beiden Onkel eine neue Heimat.
Im perfekten Deutsch berichtete sie, dass ihr Vater zwar auch von seinen Halbschwestern wusste, doch erst eine umfangreiche Recherche im Internet brachte das emotionale Wiedersehen der Familie schließlich zustande. In Süddeutschland, wo Ingrid Ludwig, eine weitere Cousine Monica Aptekmans wohnt, wurde dann schließlich im Jahr 2004 der erste Besuch realisiert. Am vergangenen Sonntag besuchte die Familie gemeinsam die Synagoge und ging auf Spurensuche nach der eigenen Geschichte. "Und nun sind wir endlich als Familie vereint, das habe ich mir schon so lange gewünscht", beschrieb Monica Aptekman ihren sehnlichsten Wunsch, der nun in Erfüllung gegangen ist.
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