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Das Team war immer diszipliniert

04.04.2008 | 00:05 Uhr

Hohenlimburg. ...

... Mit dem Hit "1000 Kilometer bis zum Meer" erobert die heimische Band Luxuslärm gegenwärtig die Charts; etwas mehr als 22 000 Kilometer wären es für die Iserlohn Roosters bis zur Deutschen Meisterschaft geworden, wenn das Eishockey-Drama in sieben Akten gegen die Frankfurt Lions in einem Happyend geendet und die Kölner Haie der Halbfinalgegner gewesen wären. Doch dann kam das Aus.

Einer, der die Iserlohner Eishockeycracks auf somit "nur" rund 21 000 Straßenkilometer gefahren und dabei auch betreut hat, ist Busfahrer Herbert (Garske). Er ist längst "festes Mitglied" der großen Iserlohner Eishockeyfamilie geworden. Denn er fährt die "Roosters" seit nunmehr neun Jahren kreuz und quer durch die Republik. Und das ohne eine einzige Panne.

Damals, im Sommer 1999, kam die Anfrage aus der Kommandozentrale des Zweitligisten, ob der Elseyer Reisedienst "Reimann Reisen" die Sauerländer zu den Auswärtsspielen fahren könne.

Es war Liebe auf den ersten Blick. Am 19.9.99 startete der Reimann-Bus mit den Iserlohner Spielern Richtung Garmisch. Mit Herbert am Steuer, der seit diesem besonderen Tag kaum ein Auswärtsspiel der Sauerländer verpasst hat. "Ich weiß nicht einmal, ob die Iserlohner damals gewonnen oder verloren haben", sagte er gestern schmunzelnd.

Neun Jahre später. Die Zeiten haben sich geändert. Die "Roosters" sind viel professioneller und somit auch viel erfolgreicher geworden. Aus dem "grauen" Zweitligisten ist ein ambitionierter DEL-Club gewachsen, der sich längst im deutschen Eishockey-Oberhaus etabliert und in diesem Jahr bundesweit für Furore gesorgt hat.

Nicht nur bei einer Vielzahl der Auswärtsspiele der Hauptrunde und den sensationellen Play-off-Spielen. Ob Straubing, Augsburg, Ingolstadt oder Berlin - immer am Steuer Herbert. Auch bei der denkwürdigen Partie am Sonntag in Frankfurt. "Da war ich so nervös, dass ich phasenweise gar nicht hingucken konnte."

Dass die Mannschaft es nicht geschafft hat, bedauert er aus tiefster Seele. "Das ist eine tolle Truppe. Auf die kann eine ganze Region stolz sein", hat er nur Lob für die Spieler um Kapitän Robert Hock parat. "Die waren immer diszipliniert und dabei immer gut drauf. Es hat in der gesamten Saison nicht einen einzigen Vorfall gegeben, der zur Kritik Anlass gegeben hätte. Und das bei mehr als 21 000 gemeinsam zurückgelegten Kilometern."

Busfahrer HerbertBesonders gut hat ihm gefallen, dass die "Roosters-Fans" nach der bitteren 3:4-Niederlage am Sonntag in Frankfurt die Spieler verabschiedet haben. Und auch der Empfang an der Eissporthalle zwei Stunden später, wo rund 250 Eishockey-Enthusiasten auf die Spieler gewartet und diese gefeiert hätten, sei außergewöhnlich gewesen. "Dass hat auch mich bewegt und gerührt."

In seine Komplimente an die Mannschaft schließt Herbert auch die Betreuer "Charly" Kirchhoff und Günter Kapfer ein. "Die hatten stets alles im Griff."

In diesen positiven Tenor stimmt auch Unternehmens-Chef Jörg Reimann ein. "Wir haben in den neun Jahren eine Freundschaft zu den "Roosters" aufgebaut. Der Verein und die Spieler stellen keine besonderen Ansprüche, sind jeder Zeit ein angenehmer und fairer Partner. Wenn es kleine Wünsche gibt, versuchen wir, diese umgehend zu erfüllen."

Und so blickt er schon jetzt mit viel Freude der Saison 2008/2009 entgegen. Dann wird zusätzlich Sohn Sascha, der in den kommenden Wochen ins Unternehmen einsteigen soll, als weiterer Fahrer die "Roosters" durch Eishockey-Deutschland chauffieren. Denn bei den weiten Auswärtsfahren sind immer zwei Fahrer an Bord. Jörg Reimann: "Sicherheit ist für uns immer das oberste Gebot."

Von Volker Bremshey

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