Bodenwellen sollen die Raser bremsen
19.07.2007 | 09:36 Uhr 2007-07-19T09:36:40+0200Hohenlimburg. Bauliche Maßnahmen sollen verhindern, dass zahlreiche Motorradfahrer die Bundesstraße 236 zwischen den Ortseingängen Ergste und Letmathe, die sich zum Teil auf Hohenlimburger Gebiet befindet, weiterhin als Rennstrecke missbrauchen.
Diese Entscheidung fiel am vergangenen Mittwoch auf einer Sitzung der Verkehrskommission in der Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebes Straßenbau in Hagen. Beteiligt waren Vertreter der betroffenen Städte Hagen, Schwerte und Iserlohn, des Kreises Unna, der zuständigen Polizeibehörden sowie der Interessenvertretung der Motorradfahrer, der Biker Union e.V.
Zwar liegt nach einer Analyse der Unfallsituation und des Verkehrsgeschehens in diesem Bereich zurzeit keine Unfallhäufungsstelle vor. Als einvernehmliches Ergebnis wurde dennoch festgehalten, dass sich eine Vielzahl von Motorradfahrern nach wie vor verkehrswidrig verhält, teilweise Renncharakter an den Tag legt und somit Handlungsbedarf besteht. Da die verkehrsrechtliche Maßnahmen wie Beschilderungen und auch Überwachungsmaßnahmen mittlerweile ausgereizt seien, wurde von allen Beteiligten beschlossen, das Fahrverhalten mit baulichen Maßnahmen zu kanalisieren.
Dies soll durch sogenannte "Rüttelstrecken" - 1,5 bis 2 Zentimeter hohe, nachträglich auf der Fahrbahn aufgebrachte Bodenwellen - erfolgen. Deren genaue Lage wird jetzt unter Beteiligung der Anlieger und auch der Biker Union e.V. in der Örtlichkeit bestimmt.
Rüttelstrecken wurden bereits an zwei anderen Stellen des Straßennetzes in Nordrhein-Westfalen, die ebenfalls als "Rennstrecken" bekannt waren, eingesetzt. Hier haben sich die Maßnahmen positiv auf das Fahrverhalten und das Unfallgeschehen ausgewirkt. Eine Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr erfolgen.
Da somit eine Sperrung der B 236 im angesprochenen Bereich für motorisierte Zweiradfahrer nicht erforderlich ist, wird die Strecke auch weiterhin allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung stehen. Nichtsdestotrotz soll das Verkehrsgeschehen nach Anbringung der Bodenwellen auf diesem Streckenabschnitt auch weiterhin kritisch beobachtet und analysiert werden.
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