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Bevölkerung latent unzufrieden

11.08.2009 | 18:00 Uhr

Inzwischen ist es 34 Jahre her, dass aus Hohenlimburg ein Stadtteil von Hagen geworden ist. Doch schmerzt der Stachel der Eingemeindung immer noch sehr.

So stark, dass Bezirksbürgermeister Hermann Hulvershorn selbst bei einem harmlosen Empfang französischer Schüler im Rathaus darauf zu sprechen kommt: Hohenlimburg sei vor der Eingemeindung eine reiche Gemeinde gewesen, betonte er am 7. Mai gegenüber Jugendlichen aus der Partnerstadt Liévin. Und ließ unausgesprochen, dass man jetzt Teil der bettelarmen Stadt Hagen ist.

Auch der Fragebogen, den unsere Zeitung im Vorfeld der Kommunalwahl an die Kandidaten der Parteien verschickt hat, liefert einen Beleg für die latente Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Verlust der Eigenständigkeit: Viele Lokalpolitiker haben auf die Frage nach der größten Fehlentscheidung Hohenlimburgs „Die Eingemeindung” genannt. Über die Fraktionsgrenzen hinweg.

Dabei ist diese Entscheidung gar weder in Hagen noch in Hohenlimburg gefallen, sondern in Düsseldorf. Und von dem Prozess, der als „Kommunalreform” in die Geschichte eingegangen ist, waren alle 2300 kommunale Einheiten betroffen, die bis 1975 in Nordrhein-Westfalen existierten. Als die Reform umgesetzt war, blieben nur noch 396 übrig.

Neben Hohenlimburg haben bei diesem Prozess unter anderem auch die bis dahin selbstständigen Gemeinden Kettwig, Wattenscheid, Porz, Rheinhausen und Rheydt ihre Eigenständigkeit verloren. Vertreter dieser sechs Gemeinden schlossen sich im Juni 1983 zum „Kettwiger Kreis” zusammen - eine nicht rechtsfährige Interessengemeinschaft, deren einziges Ziel in der Rückgemeindung ihrer sechs anghörigen Städte bestand. Vorsitzender des Kettwiger Kreises war der Hohenlimburger Hans Loew.

Daran und an viele weitere Stationen des Kampfes für die Wiedereinführung der Selbstständigkeit erinnert der Wattenscheider Jost Benfer in seinem kürzlich erschienenen Buch „Rückgemeindung - sechs Städte begehren auf”. Gemeinsam mit Frank Schmidt, dem Vorsitzenden der Bürgervereinigung für die Selbstständigkeit Hohenlimburgs, stellte er seine „Dokumentation der Bemühungen des Kettwiger Kreises zwischen 1983 und 1990” vor. Nachzulesen ist auf über 100 Seiten unter anderem die vom Kreisparteitag beschlossene Verpflichtung des Hagener CDU-Kreisverbandes von 1983, sich „auf allen zuständigen politischen Ebenen dafür einzusetzen, die Eingemeindung von Hohenlimburg nach Hagen durch den Landesgesetzgeber wieder aufzuheben”. An anderer Stelle blickt das Benfer-Buch auf die Rundfunk-Sendung „Hallo Ü-Wagen” vom 8. August 1985 zurück. An diesem Tag diskutierten in Hohenlimburg Innenminister Schnoor (SPD) und CDU-Oppositionsführer Worms die Frage „Kommunale Neugliederung - was hat's gebracht?”

Was hat dem Autor der Kampf für die Eigenständigkeit der Städte gebracht? Die bittere Erkenntnis, dass die Politik „den Kettwiger Kreis hinters Licht geführt” habe. Frank Schmidt fügt an: „Das Aufbegehren ist nicht nur Teil der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart.” Er hält es nicht für ausgeschlossen, dass es angesichts der dramatischen Finanzknappheit der Stadt Hagen zu einer Neuordnung kommen könnte.

„Rückgemeindung” von Jost Benfer, 100 Seiten, in einer Auflage von 600 Exemplaren erschienen; 12 Euro. Erhältlich bei der Buchhandlung Steglich und bei der Bürgervereinigung ( 0160/ 852 89 70).

Oliver Berger

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Kommentare
16.08.2009
14:59
Bevölkerung latent unzufrieden
von maxi | #47

@ von Schleipenberg,
wenn Sie lieber Hagener sind,weshalb bezeichnen Sie sich dann als Hohenlimburger???
An Lennesperling: Ich bin auch nur HOHENLIMBURGER und kein Hagener,da sind wir schon zu dritt..

16.08.2009
10:48
Bevölkerung latent unzufrieden
von Lennesperling | #46

jau, frank von decker, nun sind wir schon zu Zweit, ich tröte mit in das gleiche Horn. Ich werde wohl in diesem Leben kein Hagener werden und all die, die hier rumplärren sollten dann doch nach Hagen ziehen und dort die Vorteile einer Großstadt genießen. Ich weiß, wer Schleipenberg ist und frage mich wirklich, was will er dann noch hier in unserer Stadt. Ich würde ihm gerne ein lautes Tüss hinterherrufen..

15.08.2009
18:12
Bevölkerung latent unzufrieden
von jupp von krupp | #45

du wählst auch spd, da ist das ganz normal.

15.08.2009
16:36
Bevölkerung latent unzufrieden
von schleipenberg | #44

@41: Also ich als Hohenlimburger bin lieber Hagener als Hohenlimburger

15.08.2009
16:08
Bevölkerung latent unzufrieden
von frank decker | #43

diese ganzen vögel die hier im internet rumzwitschern und diese dienste kostenlos in anspruch nehmen, sollen gefälligst am schloss löhnen. ( insbesondere der volmespatz)
ausserdem geht es in diesem artikel um latente unzufriedenheit der stolzen hoehenlimburger, die nach hagen zwangseingemeindet wurden.
WIR WOLLTEN DAS NIE UND WERDEN UNS AUCH NIE DAMIT ABFINDEN.
DER KAMPF GEHT WEITER !!!!!

15.08.2009
14:31
Bevölkerung latent unzufrieden
von schleipenberg | #42

@noch etwas an lennesperling: während in Altena bereits hundert Jahre lang der Steuerzahler geblutet hat, muss in Hohenlimburg heutzutage eine vom Staat unabhängige GmbH das benötigte Geld mühsam zusammenkratzen.

15.08.2009
14:28
Bevölkerung latent unzufrieden
von schleipenberg | #41

@lennesperling - bleiben wir doch bei den Fakten: es gab ein Gutachten, in Auftrag gegeben i.W. vom Schloss-Eigentümer. Darin hieß es, die archäologische Sammlung etc. passe nicht ins Schloss. Danach hatte die Stadt Hagen gar keine andere Wahl, als diesen Plunder abzuholen und extra dafür ein neues Museum zu bauen (Werdringen).
Und noch etwas: im Gegensatz zu früher und im Gegensatz zu Altena bekommt man für das Eintrittsgeld in Hohenlimburg auch eine Führung!

15.08.2009
12:45
Bevölkerung latent unzufrieden
von Lennesperling | #40

also der Spaziergang zum Schloss hinauf macht nicht viel Probleme, weiß man doch, dass man dort vile Dinge bestaunen kann, nicht so wie bei uns, wo die Exponate von Hagen abgeholt wurden, weil euer Durchlocht diese Dinge angeblich in SEINEM Schloss nicht haben will. Wir bestaunen bei uns ein paar Wiesen und ein paar Rebstöcke, wobei das Kaltwalzmuseum noch das Highlight ist.
Was soll es da, wenn Altena keine richtig alte Burg ist.

15.08.2009
12:13
Bevölkerung latent unzufrieden
von rathausflüsterer | #39

@lennesperling - in Altena muss man auch vorn und nicht hinten bezahlen. Und obendrein hat man einen langen Fußweg zu bewältigen, bis man von den Parkplätzen unten im Tal nach oben zur Burg gelangt ist (was übrigens im Gegensatz zur Hohenlimburg gar keine echt alte Burg ist, sondern eine wiederaufgebaute aus der Zeit um 1900).

15.08.2009
08:20
Bevölkerung latent unzufrieden
von Lennesperling | #38

also dieses g heißt also gemeinnützig? Ich habe das in der Beziehung mit dem Schloss nicht so erkannt, denn da ist es wohl anders. Viele Hohenlimburger werden das Schloss wohl nicht mehr besuchen, denn was dort abgeht, ist eine Frechheit. Wenn ich Besuch bekomme, zeige ich den Besuchern gerne das Schloßß von der Stadt aus mit dem Hinweis, da kann man nicht hin, da wird man für 4€ abgezockt für das Mauerkucken. Mal gespannt, wann man für dieses kucken auch noch bezahlen muss. Ich glaube auch, das dieser Prinz von der GmbH nur noch als Aushängeschild und Vorzeigeprinz benutzt wird. Er hat bestimmt keinen Einfluss mehr auf die Dinge in um das Schloss herum, denn sonst hätte er bestimmt schon, da er sich ja als bürgernah bekennt, siehe Kirchenbesuch, eine Entscheidung getroffen, die das Mauerkucken erlaubt ohne gleich ein Vermögen zu zahlen. Schade, denke, die GmbH soll mit ihrem Schloß glücklich werden, ich werde wohl, wenn ich schon Geld bezahlen muss, zu dem atraktiveren Schloß nach Altena fahren.
Wünsche allen Schlossgeistern viel Erfolg und den Hohenlimburger kann ich nur sagen, passt auf Euer Geld auf...

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