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Ausländischer Name darf nicht länger ein Stigma sein

27.01.2010 | 17:44 Uhr

Hohenlimburg. „Nutzt die Chance und geht wählen.” Diesen Appell richtet Sinan Akbaba, städtischer Angestellter in der Nachbarstadt Ennepetal, an alle Männer und Frauen mit Migrationshintergrund, am 7. Februar an den Wahlen zum Integrationsrat teilzunehmen.

„Stärkt dadurch den Integrationsrat”, fordert der 33-jährige Hohenlimburger, der in Wanne-Eickel geboren wurde, aber schon in jüngster Kindheit mit seinen Eltern zum Schlossberg übersiedelte, nicht nur die türkischen Landsleute auf.

Der Familienvater - sein Sohn ist vier Jahre alt, die Tochter drei Monate - hat nach dem Abitur an der Gesamtschule in Eilpe bei der damaligen Deutschen Post AG im Sauseschritt eine Ausbildung abgeschlossen („Ich habe auf zwei Lehrjahre verkürzt”) und anschließend bei der Sparkasse und einer bekannten Versicherung gearbeitet. Letztlich fand er eine Anstellung bei der Stadt Ennepetal und arbeitet dort im Fachbereich für „allgemeine Bürgerdienste”

Vor drei Jahren entschloss er sich, in den SPD-Ortsverein Hohenlimburg einzutreten. „Ich wollte nicht nur schimpfen, ich möchte auch handeln und gestalten.” Darin liegt auch seine Begründung, für den Integrationsrat zu kandidieren. „Ich möchte mich in den kommenden Jahren noch mehr für die Belange der ausländischen Bürger in dieser Stadt einsetzen. Viele haben Angst vor der deutschen Bürokratie. Als städtischer Angestellter kenne ich mich weitestgehend aus und möchte deshalb Hilfestellung leisten.”

Die Chancengleichheit für Mädchen und Jungen mit ausländischen Namen zu erzielen, soll ein weiteres Ziel seiner politischen Arbeit sein. „Junge Männer und Frauen mit ausländischen Namen müssen achtmal mehr Bewerbungen schreiben als Bewerber mit deutschen Namen.”

Dass ein ausländischer Name aber auch bei der Ausübung des Berufes nicht unproblematisch ist, hat Sinan Akbaba insbesondere als städtischer Angestellter kennengelernt. „Viele Deutsche haben Probleme, sich von einem ,Ausländer' etwas sagen zu lassen.” Dabei verhehlt er nicht, dass dieses Argument auch umgedreht werden kann. 21 000 Bürger sind am 7. Februar in Hagen wahlberechtigt. „Nur zehn Prozent davon gehen an die Wahlurnen.” Für Sinan Akbaba zu wenig. Deshalb hat er in den zurückliegenden Wochen intensiv Werbung betrieben, Flyer verteilt und zahlreiche Gespräche geführt. Aus diesem Grund gibt er sich optimistisch, dass er den Sprung in den Integrationsrat der Stadt Hagen schaffen wird. „Ich möchte mich dann für mehr Chancengleichheit einsetzen. Wenn jeder Schüler dieselben Chancen hätte, hätten wir in Deutschland mehr Akademiker mit Migrationshintergrund.”

Volker Bremshey

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