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Musik

Auf „Luxus“-Tour mit Kuchenfee

20.05.2011 | 16:25 Uhr
Auf „Luxus“-Tour mit Kuchenfee
Tourbus und Band im Loungebereich

Letmathe.Die Akustiktour der Letmather Rock-Pop-Formation „LUXUSLÄRM“ ist beendet. Erstmals war die Band mit einem Nightliner unterwegs und genoss die Vorzüge eines fahrenden Hotels.

Vor dem letzten Tourwochenende habe ich mich mit der Sängerin Janine „Jini“ Meyer beim „Italiener um die Ecke“ verabredet. Nur fünfzig Meter entfernt vom Musentempel des Quintetts, der „Rock & Pop Musikfabrik“ in Letmathe, wo „Jini“ und Schlagzeuger Jan Zimmer unterrichten.

„Dass wir während unserer Akustiktour an sechs Konzertwochenenden mit dem Nightliner fahren, ist eine echte Erholung. Wir haben alle gemerkt, dass die Tour eine physische und psychische Belastung ist, so dass wir uns freuen, uns diesen Luxus erlauben zu können“, schmunzelt „Jini“, die in dem italienischen Restaurant kaum Blicke auf sich zieht. Ruhig und gelassen, beinahe etwas zurückgezogen, sitzt sie da. Kaum vorstellbar, dass sie auf der Bühne explodiert, sich in jeden einzelnen Song hineinwirft und tausende Menschen begeistert.

Ihren Rückzugsraum im Nightliner genießt sie sehr. Komfortabel ausgestattet mit einem Doppelbett, TV und Playstation.

Mit an Bord des 14 Meter langen Busses sind auch fünf Techniker, die sich um das Gelingen jeder einzelnen Show kümmern.

„Wir haben anfangs gedacht, dass wir uns irgendwann auf die Nerven gehen. Jedoch hat alles bestens geklappt“, lacht die Frontfrau, die ihre vier Jungs sehr gut im Griff hat.

„Ich bin diejenige, die alle mit Cappuccino versorgt. Spülen müssen die Herren Musiker aber selbst“, lauten die strengen Anweisungen des kleinsten Bandmitglieds.

„Unser Fahrer Rüdiger hat Schlägereien, Chaos und Groupies verboten“, fügt Jini, die weiß, dass ihre Band größten Wert auf Professionalität legt, mit einem Augenzwinkern hinzu.

So weit, so gut. Doch welche Geschichten ergeben sich auf der Tour? Was treibt die Band zwischen den Gigs und wie sieht das Leben im Tourbus wirklich aus?

„Jini“ blickt mit einem immer breiter werdenden Grinsen auf ihre Pasta. So als würde sie etwas verbergen wollen.

„Es passiert immer wieder, dass uns die Kombination für die Bustür abhanden kommt. Klopfen ist meist ausgeschlossen, da der Fahrer schläft. Da kann es passieren, dass jemand Nachts in der Kälte steht“, gibt Jini unfreiwillig zu.

„Die Band und die Crew schlafen in kleinen Kojen, die übereinander gestapelt sind. Das sieht schon sehr witzig aus, wenn man sich das nachts so ansieht“, scherzt die Frontfrau mit der blonden Mähne über die nächtlichen Schlafgeräusche.

„Wenn wir wirklich mal Ruhe brauchen, ziehen wir uns in den Loungebereich zurück, um in Ruhe über das gelaufene Konzert zu sprechen“, sagt sie. Auch das Feedback von Management und Technik werde immer wieder gesucht.

„Es geht aber nicht immer ernst bei uns zu. Wir blödeln viel herum, dichten Liedtexte um und haben einfach Spaß“, lacht sie und verrät ein weiteres Geheimnis.

„Da wir mit vielen Menschen zusammen im Bus sitzen, muss ich meinen Aufräum-Tick immer wieder unterdrücken. Wenn ich ständig alles wegräume, sind alle genervt“, gesteht der blonde Wirbelwind.

„Wir haben vor jeder Show unsere Rituale. Ehe es auf die Bühne geht, kommen wir noch einmal alle zusammen, pushen und motivieren uns“, gibt Jini Einblick in einen der wichtigsten Bandmomente, der für sie sehr wichtig ist.

Sie balanciert ihre letzten Tortellini auf die Gabel. Es wird Zeit, denn der rote Tourbus ist bereits vorgefahren und Keyboarder „Dave“ muss unterwegs noch aufgelesen werden. Wir verlassen das Lokal und gesellen uns zu den Musikern und der Crew.

„Es gibt schon ein paar Anekdoten aus dem Bus. Die werde ich aber nicht erzählen“, lacht Gitarrist „Henne“ mit einem Augenzwinkern.

Managerin und „Kuchenfee“ Jana Crämer ist da viel gesprächiger. „Kuchen ist hier Grundnahrung. Den gibt's bei jeder Fahrt“, erklärt sie und verrät weitere Details des Tourlebens.

„Jini und ich wetten sehr viel und bei jeder Kleinigkeit. Ich habe zum Beispiel gewettet, dass vor Ende der Akustiktour das erste Konzert der Herbsttour ausverkauft sein wird“, verrät sie und ergänzt, dass besonders die Morgenstunden einige Überraschungen bereit halten würden.

„Wenn morgens einer der Herren, gerade aus seiner Koje gekrabbelt, vor mir steht, frage ich mich oft, ob das die gleiche Person ist, mit der ich abends zuvor eingestiegen bin“, lacht sie und blickt sich grinsend um.

Die Türen schließen mit einem leichten zischen, ehe der Dreiachser samt Band und Crew ins Dunkel der Letmather Nacht eintaucht und sich auf den Weg zu einem der letzten Gigs der Akustik-Tour begibt.

Christian Rasche

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