Alles hat seine Zeit
29.11.2009 | 17:01 Uhr 2009-11-29T17:01:00+0100
Das attraktive Programm des 4. Lichtermarktes gefiel den Besuchern. Und die Stände waren liebevoll und hübsch zurechtgemacht — unwiderstehlich, man musste einfach näher herantreten.
Für das Wetter konnten Werbegemeinschaft und Bezirksvertretung nun wirklich nichts — vorgesorgt war ja schon mit Zelten, und Gaststätten waren nicht weit weg.
Enttäuschend aber die Umsetzung des so vielversprechenden Mottos „Engel”. In der Höhe, an die Masten der Straßenlampen gehängt, blickten die Engel ernst von Fotos tschechischer Engelskulpturen herab. Sie machten einfach nur traurig. Darunter auch Kinderengel — einst geschaffen für ein Kindergrab?
Einige der fotografierten Skulpturen waren vom Zahn der Zeit angenagt, was den Gesamteindruck nicht aufheiterte. Schon am Samstag befanden sich die Engel in bedauernswert durchweichtem Zustand. Ein Besucher kommentierte: „Wie Plastiktüten”.
Hingegen waren die mit anziehendsten Engel-Schönheiten im Schaufenster von „La Famme”, Lohmannstraße, den Blicken der Besucher weitgehend entrückt: Ein Zelt versperrte den Blick.
Schade um die Wirkung, die mit dem Engels-Motto hätte erzielt werden können. „Ewigkeits”-Engel sind keine Engel, deren Anblick die heitere Freude über die Geburt des Jesu-Kindes spiegelt. Sie begleiten in einer anderen Lebensphase.
Doch geht ja probieren über studieren, auch für Werbegemeinschaft und Bezirksvertretung. Allein schon das Bemühen um ein durchgängiges Motto gilt es anzuerkennen. Mal schauen, was die Kreativität der Aktiven im nächsten Jahr hervorzaubert. Vielleicht sehen sie bis dahin ja auch Anlass genug, den Lichtermarkt mit fröhlichen Motiven zu schmücken.
Das wäre ein echter Lichtblick.
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