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Tränenreiche Bauchredner-Gala

09.10.2011 | 18:29 Uhr
Tränenreiche Bauchredner-Gala
Bauchredner-Gala in Herscheid-Reblin. Foto: Horst Hassel

Herscheid-Reblin. Buchstäblich aus dem Bauch heraus kommen die Gags und frivol bis witzig klingenden Geschichten, die beim 3. Festival der Bauchrednerkunst am vergangenen Samstag im Jagdhaus Weber in Reblin das Publikum begeistern.

Auf der Bühne erwecken Dr. Bauch, Didibel, Jürgen & Co handgeführte Puppen oder kuriose Gegenstände auf grandiose Weise zum Leben.

Tosender Beifall belohnt ein ums andere Mal die rund 20 Akteure auf der Bühne des Hotels Weber. Das sachkundige Publikum aus der gesamten Region hat unter dem Motto „Wetten dass“ es bei der Bauchredner-Gala mehr Spaß gibt, an diesem Abend die richtige Wahl getroffen. Durch das Programm führt Didibel (Dietmar Belda), zugleich Präsident des 2005 in Nümbrecht gegründeten Vereins Bauchrednerfreunde e.V. mit Sitz in Walsrode.

Erst trainiert, dann Vorführungen gestartet

Gestartet war das zum zweiten Mal in Reblin stattfindende Festival bereits am Freitag mit einem Seminar für Profis und Nachwuchskünstler, bei dem Bauchredner-Techniken wie das Aussprechen schwieriger Buchstaben, die Handhabung der Puppen, damit der Zuschauer der Illusion unterliegt, die Puppe spricht. Auch das für ein Gelingen des Gags erforderliche Timing wurde demonstriert und ausprobiert. Mit Thorsten Sievert hatte man diesmal sogar einen Sketche-Schreiber engagiert. Viele Bauchredner kommen übrigens von der Zauberei, wissen also um die Faszination der Illusion.

Den Einstieg ins Gala-Programm schafft nach musikalischen Entree der Moderator und Bauchredner Didibel, aus dessen Hosentasche sich plötzlich eine alte Socke meldet. Begeisternd, wie die Socke nach und nach ein Gesicht bekommt und mit ihrer Mimik das Publikum begeistert.

Josef, Landwirt aus dem Hombergischen, vom Stellvertretenden Vorsitzender Jürgen Kellner zum Leben erweckt, hat dann die Lacher auf seiner Seite. „Manche Sachen kannst du nicht erklären!“ behauptet der Landwirt auf seinem Arm, und nach der Geschichte mit der Kuh weiß das bis zu den Tränen lachende Publikum: er hat Recht.

Noch vor der Pause und dem Schnitzel-Büfett fordert Sönke Ruge aus Dörverden die Lachmuskeln der Zuhörer zu weiterer Höchstleistung heraus. Seine Oma, über 90 Jahre, berichtet aus dem Alltag im Altersheim und gibt viel von sich selbst preis. Ihre „Dritten“ hat sie aus China. Nachteile? „Immer wenn ich Hunde auf der Straße sehe, läuft mir das Wasser im Munde zusammen.“ Sie informiert sich aus der Senioren-Bravo , einem Apotheken-Informationsblatt und weiß manche frivole Geschichte zum Besten zu geben.

Einer der vielen Höhepunkte des Abends ist Manfred Werner mit seiner Ratte Rudi Rettich. Die Reinkarnation des Doubles von Elvis Presley singt „aus dem Bauch heraus“ wirklich genial. Manfred Werner steigert sich in der zweiten Hälfte des Programms, als er mit der Udo Lindenberg-Puppe auf dem Arm dem Deutsch-Rocker (s)eine Stimme gibt.

Mit Dr. Bauch, der Doktor ist echt - so der Hinweis am Samstagabend, steht zum Abschluss dann ein weiterer Bauchkünstler auf der Jagdhaus-Bühne. Den hätte das Publikum am liebsten für die nächsten Wochen und Monate engagiert. Wiedersehen macht Freude, garantiert!

Horst Hassel

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