Originales Präsent: Waschpulverpakete aus 1950er Jahren
06.11.2007 | 16:56 Uhr 2007-11-06T16:56:10+0100Herscheid. (wi) Richtig voll war es am Sonntagmittag im Spieker. Rund 80 Besucher drängten sich innerhalb von knapp zwei Stunden in das Heimatmuseum. ...
Sogar der Vorsitzende des Heimatvereins Lüdenscheid, Hartmut Waldminghaus, und Bürger aus Plettenberg waren neugierig darauf, was sich im Heimathaus in den letzten Monaten so alles getan hatte. Der Geschichts- und Heimatverein Herscheid und der ebenfalls im Spieker ansässige Marketingverein "Wir für Herscheid" hatten die Bürger zu einer Besichtigung eingeladen. Sechs Mitglieder/innen der beiden Vereine waren im Einsatz und voll beschäftigt, den vielen Besuchern den Fortschritt der Renovierungsarbeiten und die Ausstellung im Denkmalgemäuer zu zeigen. In den meist kleinen Zimmerchen drängten sich viele Leute. "Respekt, hier ist ja schon viel geschehen" und "Oh, da gibt es ja schon richtig was zu sehen", äußerten sich alle Besucher lobend über das Jahrhunderte alte Heimathaus. Es wurde auch immer wieder betont, wie dankbar die Bürger sind, dass die Gemeinde durch den Kauf der alten Häuser den beiden Vereinen die Möglichkeit bietet, ein Heimatmuseum einzurichten. Wenngleich davor aufwändige Renovierungen stehen, die noch nicht längst abgeschlossen sind.
Doch schon zur Renovierungs-"Halbzeit" gab es viel zu sehen. Freude hatten alle an den Porträts von Arbeitsjubilaren der Firma Westmark, die der verstorbene Maler Heinz Wever gemalt hat. "Guck mal, das ist ja . . .", hörte man die Besucher sagen, wenn sie auf den Gemälden einen verstorbenen Herscheider entdeckt hatten. Über lustige Anekdoten, die sie in ihren Kindertagen im "Spieker" erlebt hatte, wurde viel gelacht, wenn Margarete Habert einer Gruppe markante Ecken im Haus zeigte. "Das war mein liebstes Zimmer - der Vorrat", sagte sie und schob die Schiebtür zu einem winzigen Verschlag zur Seite, in dem heute Farbeimer und Pinsel auf den nächsten Einsatz warten.
Ein wertvolles Geschenk brachte ein Lüdenscheider dem Heimatverein für die jüngst eingerichtete "Waschküche" mit.
Blick in schwere Hausfrauenwelt
Drei "neue", Original-Packungen "Imi" und Persil aus den 1950er-Jahren. Über diese Raritäten freute sich der Verein natürlich sehr. Eine Seniorin entdeckte einen Wäschestampfer und erinnerte sich "damit haben wir früher die Windeln gesäubert". Ein Schüler probierte die hölzerne Wäschezange aus, mit der früher die eingeweichten Wäschestücke aus dem heißen Waschsud gezogen wurden. Und nicht nur er staunte über das Gewicht der gusseisernen Kolben-Bügeleisen, von denen der Heimatverein eine große Kollektion hat.
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