Monokultur weicht Mischwald
31.07.2009 | 14:37 Uhr 2009-07-31T14:37:00+0200Herscheid. Naturverjüngung oder Neupflanzung? Um diese Frage ging es bei der Ortsbesichtigung, zu der die CDU sich am Mittwoch an einer vom Orkan „Kyrill” zerfetzten Fichtenfläche des Gemeindewaldes an der Espenhard bei Marlin traf.
Fachmann Markus Gumpricht vom Regionalforstamt Märkisches Sauerland empfahl für die Espenhard: Noch in diesem im Herbst Fördermittel beantragen, im Frühjahr 2010 aufforsten.
Als am 18./19. Januar 2007 der Orkan „Kyrill” über Nordrhein Westfalen fegte, knickte er auch zahllose Bäume im Gemeindewald wie Streichhölzer.
Im Herbst Fördermittel beantragen
Im Bereich Nümmert, Rärin, Marlin und Vogelsang wurden rund 1500 Festmeter Holz umgeworfen. Inzwischen ist das „Kalamitätsholz” abgefahren und im Sägewerk verarbeitet. Zurückgeblieben sind Flächen mit riesigen Baumstucken, zwischen denen nicht nur Fingerhut, sondern auch die ersten Jungpflanzen durch sogenannte Naturverjüngung in die Höhe schießen.
Soll man die Natur sich selbst überlassen? Oder soll gezielt, mit erheblichen Kosten, gezielt aufgeforstet werden. Markus Gumpricht (Zentrale Dienste beim Forstamt) empfahl nach einem ersten Blick auf die Espenhard-Fläche, hier mit Laubgehölzen und Nadelgehölzen gemischt aufzuforsten. Überließe man die Fläche sich selbst, könne wegen der ringsum stehenden Fichten sich auch nur ein Fichtenbestand entwickeln.
Da die Erderwärmung fortschreitet, müssen die Forstwirte und Waldbesitzer darauf reagieren. Ein Flachwurzler, wie die Fichte, kann in 40 oder 50 Jahren vielleicht schon kein Wasser mehr aufnehmen und vertrocknet.
Außerdem muss mit einer weiteren Zunahme von Naturkatastrophen gerechnet werden. Also braucht man Gehölze, die nicht gleich beim nächsten Sturm umfallen. Eiche, Buche oder Bergahorn bei den Laubgehölzen, Douglasie, Lärche und Weißtanne bei den Nadelgehölzen traut man nicht nur eine hohe Standfestigkeit, sondern auch eine gute spätere Verwertbarkeit zu.
Den CDU-Mitgliedern um Sigrid Schröder sowie den Gemeindevertretern Uwe Schmalenbach und Lothar Weber war die Problematik bewusst: Heute pflanzt man Bäume, die frühestens im Jahre 2100 oder 2150 genutzt werden können. So weit kann aber niemand in die Zukunft blicken, da ist es also angezeigt, eine gesunde Mischung zwischen einfachem Nutzholz und hochwertigen Hölzern anzupflanzen.
Rechtzeitig um gute Pflanzen kümmern
Gefördert werden Anpflanzungen nur für Mitglieder einer Forstbetriebsgemeinschaft, erfuhren die CDU-Mitglieder. Und die Gemeinde Herscheid ist dort Mitglied. Gefördert wird, wenn mindestens 50 bis 60 Prozent Laubgehölze gepflanzt werden.
Das Fazit der Ortsbesichtigung, die anschließend im Hotel Zum Adler noch nachgearbeitet wurde: Es gilt, sich rechtzeitig um gutes Pflanzmaterial zu kümmern, im Herbst sollte der Antrag auf Förderung gestellt werden, damit im Frühjahr kommenden Jahres aufgeforstet werden kann.
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