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60 Einsätze für...

Land unter in Hüinghausen

27.07.2008 | 16:51 Uhr

Herscheid. Land unter – vor allem in Hüinghausen: Der Sturzregen des schweren Sommergewitters ließ am Samstagabend die Else über die Ufer treten, bescherte Anwohnern nasse Füße und Keller, Firmen vollgelaufene Produktionsräume und der Feuerwehr stundenlangen Einsatz.

„Es war richtig unheimlich”, berichten Anwohner. In Sekundenschnelle trat die Else über die Ufer, überflutete die angrenzenden Wiesen, ergoss sich in Keller von tiefliegenden Häusern und Firmen. Innerhalb einer halben Stunde schwoll der Bach um gut 1,50 Meter an – und brachte tonnenweise Schlamm sowie Geäst mit. Das wiederum setzte Abflüsse zu und sorgte für Rückstau.

Der erste Alarm für die Herscheider Blauröcke ging gegen 17.30 Uhr ein. Zu den ersten „Opfern” gehörte das Freibad, dessen Keller mit der Heizungsanlage voll lief. Damit der Aktionstag der DLRG gestern stattfinden konnte, wurde die ganze Nacht über gearbeitet. Vom Feuerwehrgerätehaus Herscheid aus koordinierte die Wehrleitung um Gerd Holthaus die Einsätze, Notrufe gingen teils im Sekundentakt ein. „Insgesamt an 60 Stellen mussten wir helfen”, bilanzierte Gerd Holthaus. Betroffen vor allen Dingen Grünethal, Friedlin, Weiße Ahe und schließlich Hüinghausen.

Straßen waren überflutet, Gullydeckel drückten sich hoch, Keller von Privathäusern liefen voll, alles was nicht niet- und nagelfest war, schwamm darin herum. Hüinghausen bildete eine Seenplatte. Bei der Firma Otto Huss an der Elsetalstraße stand das Wasser in den tiefergelegenen Räumen bis an die Decke. Auch die Produktionsräume des gegenüber liegende Unternehmens Teckentrup war betroffen. Öle, Bäder – alles musste gemeinsam mit Unterstützung der Feuerwehr aus dem benachbarten Plettenberg aufgefangen werden.

Erst gegen 3 Uhr in der Nacht konnten die letzten der rund 200 Einsatzkräfte – auch das Deutsche Rote Kreuz Herscheid war engagiert – ihre Arbeit beenden.

Gestern Morgen war erstes Aufräumen, zum Teil mit Hilfe von Spezialunternehmen, angesagt. Der Bauhof der Gemeinde und die Feuerwehr reinigten nochmals Durchlässe, in erster Linie, da für den Nachmittag schon neue Regengüsse angekündigt waren. 

Claudia Homuth

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