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Kinder-Betreuung

Kita wartet immer noch auf Landesmittel

14.04.2010 | 21:13 Uhr

Herscheid.„Der Personalschlüssel passt hinten und vorne nicht,“ sagt Sabine Neumann, Leiterin der Tageseinrichtung für Kinder in Hüinghausen. Hier müsse sich dringend etwas ändern, betont Neumann im Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas.

Insbesondere die Anforderungen in der U-3-Betreuung, die seit August in der „Arche Noah“ angeboten wird, erfordere einen erheblichen personellen Mehraufwand: Wickeln, den Toilettengang mit den Kindern üben, richtiges Zähneputzen vermitteln oder Unterstützung beim Mittagessen. Derzeit befinden sich 20 Kinder in der U-3-Betreuung, Tendenz steigend.

„Wir haben hier keinen Kindergarten mehr wie früher, sondern eine Bildungseinrichtung mit vielfältigen Aufgabenstellungen,“, betont Neumann. Diese Intention des Gesetzgebers sei absolut in Ordnung und notwendig, doch die Rahmenbedingungen, unter denen dieser Wandel vollzogen werde, seien in der Einrichtung nur mit viel Idealismus leistbar.

Job-Unsicherheit bei Erzieherinnen

Für die U-3-Betreuung habe das Land NRW einen ganzen Katalog an inhaltlichen und baulichen Vorgaben festgelegt. „Um die pünktlich zu erfüllen, haben wir im Sommer Urlaub geopfert,“ erläutert Erzieherin Stefanie Wetzel. Auf einen Teil der Landeszuschüsse, etwa 20 000 Euro, warte die Einrichtung aber bis heute noch, so Wetzel. Letztendlich bleibe der Träger, die Ev. Kirchengemeinde, auf den Kosten sitzen

Kritik an Buchungszeiten

Suboptimal seien die im Kinderbildungsgesetz (KiBiz) der Landesregierung festgesetzten Buchungszeiten von 25, 35 und 45 Stunden pro Kind und Woche, nach denen sich auch die Finanzierung der Einrichtung ausrichte. Diese Zeiten seien für ein Jahr festgelegt, Veränderungen seien nicht möglich. In der Praxis komme es aber häufig vor, dass Eltern die Wochenstundenzahl für die Betreuung ihrer Kinder variieren wollen oder auch müssen.

Und für die Erzieherinnen bringe diese Regelung erhebliche Unsicherheit: Je nach gebuchter Stundenzahl werde für ein Jahr auch der Stellenplan neu festgelegt. „Ich weiß also nicht, ob ich in einem Jahren hier noch einen Job habe“, sagt Stefanie Wetzel.

Andreas Wolf

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