Historische Raritäten wieder in Herscheid
29.04.2011 | 16:42 Uhr 2011-04-29T16:42:00+0200
Herscheid.Freude und Begeisterung lösten bei Bürgermeister Uwe Schmalenbach heimatkundliche Bücher und wertvolle Bilder aus, die Richard C. Williams III. auf dem großen Tisch im Besprechungszimmer des Rathauses ausgebreitet hatte. All diese wohl behüteten Schätze stammen aus dem Besitz des früheren Herscheider Bürgermeisters Bernhard Dames.
Zunächst als Amtssekretär und später als Bürgermeister war Dames von 1923 bis 1944 eng mit dem Geschehen in der Gemeinde verbunden. Er lenkte die Geschicke der Ebbegemeinde in den politisch schwierigen Zeiten. Heimatkundliche Literatur in Hochdeutsch und Plattdeutsch wurden von Bürgermeister Dames und seiner Frau Berta, die viele Jahre an der Dorfschule als Lehrerin tätig war, gesammelt und sorgsam aufgehoben. Auch als Dames nach einem kurzen Intermezzo als Verwaltungschef der Gemeinde Lüdenscheid Land nach dem Zweiten Weltkrieg das Bürgermeisteramt in Nachrodt-Wiblingwerde versah, wurde alles, was an Herscheid erinnerte, liebevoll gepflegt und gehegt.
Zwei von Heinz Wever gemalte Porträts
So war es für die Familie des Sohnes Dr. Bernd Heinz Dames, nach dem Tod der Eltern eine besondere Verpflichtung, die gesammelten Schätze in Arnsberg in Obhut zu nehmen.
Da die Enkelin des ehemaligen Bürgermeisters, Susanne Williams mit ihr em Mann in Amerika lebt, und ihre Mutter mittlerweile in einer Seniorenresidenz wohnt, hat sie die gesammelten Kostbarkeiten der Gemeinde Herscheid wieder zurückgegeben.
Unter den Büchern und Bildern fallen die beiden großen Porträts der Großeltern, von dem Herscheider Künstler Heinz Wever gemalt, sofort ins Auge. Auch alte Aufnahmen von Herscheid oder Innenansichten der Apostelkirche sind von besonderem Wert. Zu den literarischen Raritäten zählen vor allem Däumers Geschichte der Gemeinde Herscheid (1958), die Geschichte der Gemeinden Plettenberg, Ohle und Herscheid von P. D. Frommann (1927), die Kirchengemeinde Herscheid und ihre achthundertjährige Geschichte (Däumer 1934) oder auch Der Märker, Heft 7, aus dem Jahr 1963 mit neun Beiträgen namhafter Autoren. Besondere Beachtung verdienen auch die plattdeutschen Predigten von Pastor Wilhelm Baberg.
Bereicherung für Gemeindearchiv
All diese Bilder und Bücher stellen eine unerwartete Bereicherung des gemeindlichen Archivs dar. Komplettiert wird diese Stiftung demnächst noch durch eine Truhe, die wahrscheinlich zum Inventar des Amtshauses zählte. Bürgermeister Uwe Schmalenbach, der als Heimatfreund solche kostbaren Zeugnisse der Heimatgeschichte besonders zu würdigen weiß, bedankte sich bei Susanne und Richard C. Williams III. für die Schätze aus dem Familienbesitz.
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