Demografie und Finanzmisere prägen Politik
18.02.2010 | 21:00 Uhr 2010-02-18T21:00:00+0100Herscheid. „So habe ich mir das ehrlich gesagt nicht vorgestellt”, schmunzelte Uwe Schmalenbach über seinen Amtsantritt.
Die ersten 120 Tage seiner Amtszeit als Bürgermeister seien von Natur-Elementen geprägt gewesen: Feuer beim Rathausbrand und die Schneemassen des langen Winters. Beim politischen Aschermittwoch der CDU-Ortsunion gab er einen Überblick über seine Arbeit.
„Es ist erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht”, resümierte Schmalenbach. An jedem der 120 Tage sei er im Rathaus gewesen. „Ich will ein Ansprechpartner für die Bürger sein”, charakterisierte er seine Aufgaben. Ausdruck dessen sei ein zusätzlicher Sprechtag. „Natürlich bin ich jederzeit ansprechbar.”
Konsens mit anderen Fraktionen suchen
Herscheider Politik sei momentan von zwei Leitthemen geprägt: Finanzen und Demografie. 34 Geburten stehen 78 Sterbefälle gegenüber, 337 Zuzügen 402 Wegzüge. „Das macht einen Verlust von 109 Einwohnern im Jahr”, für 2030 werde prognostiziert, dass fast die Hälfte der Herscheider 60 Jahre und älter sein werden. „Herscheid wird und muss sich verändern”, kündigte der Bürgermeister an. Die Ebbegemeinde werde nicht schlechter, aber anders werden.
Weiche Standortfaktoren wie das geplante Babybecken des Freibades seien eine gute Investition in die Zukunft der Gemeinde, da für Zuzüge gerade junger Familien nicht unmaßgeblich.
In der Finanzpolitik könne Sparen keine Lösung sein. „Wie sollen wir auf ein Defizit von drei Millionen Euro reagieren?”, fragte Schmalenbach. Herscheid brauche Hilfe von außen, um die Situation zu stemmen.
Fraktionsvorsitzender Eberhard Kaufmann unterstrich, dass die Union den Konsens mit den anderen Fraktionen suchen werde, um eine breite Zustimmung der Bürger zu erlangen. „Wir alle tragen Verantwortung für unsere Gemeinde.”
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