Bunte Geschichte aus dem Leben eines Teckelzüchters
19.02.2010 | 16:01 Uhr 2010-02-19T16:01:00+0100
Herscheid. Zu einem normalen Vortrag, bei dem ein Hundezüchter über seine Arbeit berichtet, wären sicher nicht viele Besucher gekommen. Doch wenn Friedrich Wilhelm Wiggenhagen Anekdoten aus seinem Züchterleben erzählt, ist das anders.
Was die Senioren des Hegerings Herscheid im Cafe´-Restaurant Vedder in Nieder-Holte erwartete, waren keineswegs trockene Zahlen und Fakten, sondern bunte Geschichten und Einblicke in sein Zuchtbuch. Vielen ist Wiggenhagen als Jäger, Forstbeamter und ehemaliger Hegeringleiter bekannt, doch darüber hinaus hat er sein Leben auch seinem Hobby, der Zucht von Langhaar- und Rauhhaarteckeln verschrieben.
„Ja, nun fragen sich sicher einige, warum hat denn der Wiggenhagen unter zwei Züchternamen fungiert? Ganz einfache Antwort, der zweite Züchtername war für meine Frau.” Wenn sich die Frau nicht von Anfang an für das Hobby begeistere, müsse man sie ja irgendwie bei Laune halten. Auch damit sie gegen das andauernde Hundegebell im Garten nichts zu meckern habe.
„Einmal habe ich wieder mal eine Hundeschau organisiert, und konnte keinen meiner Hunde selber führen, also habe ich meiner Frau gesagt, dass sie das machen soll.” Entsetzt habe sie gefragt, was sie denn machen müsse.
Rüde Waz mochte keine Alkoholfahne
„Einfach dem Hund folgen, der weiß schon, was zu tun ist.” Und am Ende gab es den ersten Preis und einem dicken silbernen Pokal.Über 260 Vierbeiner, 96 Langhaarwelpen aus 25 Würfen und 157 Rauhaarteckelwelpen aus 41 Würfen, habe er aufgezogen. Selbst besessen habe er bislang vier Langhaarteckelrüden, drei Rauhaarteckelrüden, sieben Langhaarteckelhündinnen und 15 Rauhaarteckelhündinnen. Und zu jedem Hund gibt es eine Geschichte. So habe der Rüde Waz keine Menschen mit Alkoholfahne gemocht.
Der Rüde Kobold habe sich seinen weiblichen Artgenossinnen nie vor dem 13. Tag genähert, um sich Ärger mit den Hündinnen zu ersparen. „Geschäfte machen wollte ich mit den Tieren nie, am Anfang habe ich 60 DM für einen Welpen genommen, und Kollegen bekamen die Tiere für die Hälfte. Und wenn einer gerne einen Hund haben wollte, und nicht so viel Geld besaß, hat er ihn auch billiger bekommen," so Wiggenhagen.
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