Aufforstung mit Fichten oder Eichen
15.09.2009 | 18:11 Uhr 2009-09-15T18:11:00+0200Fichten oder Eichen? Über die Wiederaufforstung von Kyrillflächen im Herscheider Gemeindewald diskutierten Kommunalpolitiker mit Forstexperten am Montag in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.
Bei der Waldfläche Aespenhardt (bei Marlin), einer 2,5 Hektar große Kahlfläche, war ursprünglich vorgesehen, die Fläche drei bis vier Jahre brach liegen zu lassen, um einer Naturverjüngung entsprechende Chancen zu geben. Durchsetzen würde sich dabei aber fast ausschließlich die „unerwünschte” Fichte, wie die CDU meint. Deshalb sollte darüber nachgedacht werden, stattdessen nicht besser Laubhölzer anzupflanzen und dafür beim Land NRW Zuschüsse zu beantragen.
Grundsätzlich sei das vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit unterstützenwert und vom Land NRW auch gewünscht, so Forstdirektor Bernd Josef Schmitt und Forstoberinspektor Karl-Josef Deppe. Aber ebenso sei die geplante Naturverjüngung keine schlechte Lösung. Neben der dominanten Fichte würden bei einer Naturverjüngung auch die Laubbäume Eberesche, Eiche und Buche wachsen. Für die Fichte sei dieser Standort optimal, Kyrill sei da kein Indikator, wie Deppe betonte.
Zu berücksichtigen sei aber auch der Kostenfaktor. Naturverjüngung sei kostenneutral und bringe über die Fichte Nettoerträge, angesichts der Haushaltssituiation der Gemeinde Herscheid ein Argument, was nicht unwichtig sei. Die kostenintensive Variante sei aus Sicht der beiden Forstexperten die Anpflanzung von Eichen.
Eichenwald benötigt intensive Pflege
Die Kosten würden sich auf rund 30 000 Euro belaufen, die Landesförderung liege bei 11 500 Euro. Zu berücksichtigen seien aber auch Folgekosten. Alle drei bis fünf Jahre würden dafür etwa 2000 Euro für Pflegemaßnahmen der jungen Eichenkulturen anfallen, die zwingend notwendig seien, so Deppe. Mit ersten Verkaufserträgen sei erst in etwa 60 bis 80 Jahren zu rechnen. Die Fichte bringe der Gemeinde bereits in 30 bis 40 Jahren Erlöse. Zudem müssten die 30 bis 40 Zentimeter großen Eichensetzlinge mit einem 1,60 Meter hohen Drahtzaun gegen Rehe geschützt werden. Dieser Schutz der Pflanzen müsse regelmäßig kontrolliert werden, sagte Deppe.
Für die CDU betonte Wolfgang Weyland, dass nicht nur der finanzielle Aspekt gesehen werden dürfe. „Abgesehen von der Nachhaltigkeit müssen wir im Staatsforst mit gutem Vorbild vorangehen.”
Wolfgang Vöpel (SPD) stellte klar, dass der Nachhaltigkeitsaspekt auch für seine Fraktion unstrittig sei. Zu bedenken sei aber, ob die Kosten im Haushalt darstellbar seien. „Wenn wir im Haushalt Posititionen haben, die sich anstatt der Traumeichen nicht verwirlichen lassen, haben wir ein Problem.”
Auf Anregung von Bürgermeister Lothar Schütz verständigte sich der Ausschuss darauf, über den Wirtschaftplan für den Gemeindewald im Zuge der Haushaltsberatungen zu entscheiden.
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