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MITMENSCHEN : American Dreamgirls

Herne, 04.03.2009, Jessica Buschmann

Maike Hartmann und Ann-Kristin Wöstmann wollen ein Jahr in den USA zur Schule gehen.Ihre Eltern können den Aufenthalt jedoch nicht finanzieren. Die 15-Jährigen gehen daher auf Sponsorensuche

Wollen an eine amerikanische Highschool: Maike Hartmann (l.) und Ann-Katrin Wöstmann. Foto: Stefan Kuhn, press image Wollen an eine amerikanische Highschool: Maike Hartmann (l.) und Ann-Katrin Wöstmann. Foto: Stefan Kuhn, press image Foto: Stefan Kuhn

Eigentlich wollten Maike Hartmann und Ann-Kristin Wöstmann nach dem Abitur als Au-Pair für ein Jahr in die USA gehen, doch jetzt haben die 15-Jährigen ihre Pläne ein wenig umgemodelt: Weil es bis zum Abi ja noch vier Jahre hin sind, haben sie sich entschlossen, zwölf Monate in den Vereinigten Staaten zur Schule zu gehen. Die elfte Klasse wollen sie nicht am Otto-Hahn-Gymnasium machen, sondern Tausende Kilometer weiter westlich - auf der anderen Seite des Atlantiks. In welchem Bundesstaat, ist den Schülerinnen egal. Fast. "Die Wüste muss es nicht unbedingt sein", sagt Maike. Und Alaska sei auch viel zu kalt, fügt ihre Freundin hinzu. In eineinhalb Jahren soll ihr Abenteuer beginnen, doch dazu fehlt es den beiden an einer nicht ganz unerheblichen Sache: Geld.

"Wenn wir das Highschool-Jahr nicht finanziert bekommen, platzt der Traum", sagt Ann-Kristin. Die Eltern verdienen leider nicht genug, um den Mädchen den Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Zwischen 6500 und 7000 Euro müssen Jugendliche aufbringen, wenn sie ein Jahr in den USA verbringen wollen. "Dazu kommt meist noch eine Versicherungspauschale von rund 800 Euro", haben sich Maike und Ann-Kristin bereits informiert. Und wenn das jüngere Geschwisterkind in ein paar Jahren auch in die Ferne schweifen möchte, würde es die Eltern noch einmal das Gleiche kosten.

Doch immer, wenn die Schülerinnen von ihren Plänen erzählen, leuchten ihre Augen. In ihren Zimmern hängen selbstgebastelte Collagen, die sie mit Bildern aus Amerika beklebt haben. Deswegen geben die Neuntklässlerinnen nicht auf, wollen sich das Geld nun auf eigene Faust zusammenkratzen. Ihr Plan: Ein Unternehmen zu finden, welches ihnen das Highschool-Jahr per Stipendium finanziert. "Als Gegenleistung würden wir jeden Monat einen Bericht schreiben, was wir erlebt haben", verspricht Maike.

Insbesondere bei Firmen in Herne und Umgebung wollen sich Ann-Kristin und Maike empfehlen. Zunächst dachten sie an Steag. "Doch die gehören zu Evonik und die vergeben nur Stipendien an Kinder aus der eigenen Belegschaft", erklärt Ann-Kristin. Streichen und weitersuchen.

Sollte es mit der Sponsorensuche nicht klappen, bleiben den 15-Jährigen noch andere Möglichkeiten. Allerdings stehen die Chancen dafür nicht sonderlich gut. Der Deutsche Fachverband "High School" (DFH) vergibt jährlich zwölf Stipendien im Wert von 6500 Euro. Dafür müssen die Bewerber jedoch auch eine Menge Voraussetzungen erfüllen. "In einem Gespräch wird die persönliche Eignung der Kandidaten festgestellt", erklärt Claus Kunze, Pressesprecher beim DFH. Wichtig ist dabei vor allem, dass sie ein echtes Interesse an einem Schuljahr im Ausland mitbringen, sich ehrenamtlich engagieren und sehr gute Sprachkenntnisse haben. Super Schulnoten sind natürlich ein absolutes Muss.

Gute Zensuren haben Maike und Ann-Kristin, beide engagieren sich als Streitschlichterinnen, machen ein Babysitter-Diplom und sind in der Kirche aktiv - und dennoch müssen sie sich gegen Hunderte Bewerber durchsetzen. "2007 haben sich 1800 Jugendliche für die zwölf Stipendien beworben", erklärt Kunze. Etwa 1000 Euro könnten bei einem Teilstipendium bei den Organisationen direkt herausspringen. Aber auch hier bewerben sich sehr viele. Dazu gibt es das so genannte Partnerschaftsprogramm des Bundestages, das jedoch an bestimmte Wahlkreise gebunden ist. Für die jungen Hernerinnen bedeutet dies: Sie könnten sich bei den Abgeordneten Ingrid Fischbach (CDU) und Gerd Bollmann (SPD) jeweils um ein Stipendium bewerben.

Eines haben sich die Freundinnen bereits geschworen: Sollte das Geld, das sie möglicherweise durch Sponsoren bekommen, nicht für beide reichen, werden sie es aufteilen. Einen kleinen Teil könnten ihre Eltern auf alle Fälle dazusteuern.

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1 Kommentare

ich find dies richtig Klasse von euch (ehemalige Klassenkameradin von Maike)

#1 von ehemalige klassenkameradin , am 08.04.2009 um 12:08
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