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Zwischen Rock und gefühlvollen Balladen

01.08.2010 | 19:58 Uhr
Zwischen Rock und gefühlvollen Balladen

Hemer.Hemer. Auf der Bühne pulsieren rote Scheinwerfer, Musik erklingt dann sind sie da: Silbermond. Die Menschen auf dem Forumsplatz applaudieren, als Frontfrau Stefanie zum Mikrofon greift. „Alles Gute liegt vor Dir“, singt sie in ihrem ersten Song. Einen besseren Einstieg in das zweistündige Open-Air-Konzert hätte die Band nicht wählen können.

Das Publikum rückt in den drei Bereichen, in denen der Platz unterteilt ist, in Richtung Bühne, ein Vater nimmt seine kleine Tochter auf die Schultern, damit sie aus der Menge heraus die vier Silbermonde besser sehen kann. Die Menschen klatschen und wiegen sich im Rhythmus, den das Energiebündel auf der Bühne vorgibt.

„Silbermond ist schon cool“, sagt Denise. Die 24-Jährige aus Menden ist gemeinsam mit ihren Freundinnen Kim und Ann-Cathrin extra für das Konzert zum ersten Mal in die Landesgartenschau gekommen. Sie gehören zwar nicht zu der Sorte Fans, die der Band von Konzert zu Konzert hinterherreisen, aber das eine oder andere Silbermond-Album steht zu Hause bei den jungen Frauen schon im Regal. „Hoffentlich spielen sie heute Abend auch etwas von ihren alten Songs“, sagt Kim. „Symphonie zum Beispiel“. Der Wunsch sollte in Erfüllung gehen.

Aber auch die Vorband Jenix hat den Mendenerinnen gut gefallen. Die Nachwuchsband aus Zittau spielt auf der „Nichts passiert“-Open-Air-Tour von Silbermond im Vorprogramm. Doch das ist nicht alles. Mit ihrem Projekt „Silbermond trifft Jenix“ und der gleichnamigen Benefiz-Single setzen sich die vier Silbermond-Musiker aus Bautzen nicht nur für den Wiederaufbau von Schulen auf Haiti ein, sondern fördern gleichzeitig auch Nachwuchsbands. „Wir versuchen, jungen Musikern eine Plattform zu geben“, sagte Gitarrist Thomas zuvor im Interview mit unserer Zeitung. Gerade im Live-Bereich sei das Auftreten vor Publikum wichtig, um Stärken und Schwächen auszuloten und Erfahrung sammeln zu können. Die beiden Bands kennen sich bereits seit einigen Jahren. Beim Publikum in Hemer kamen Jenix, die anders als Silbermond englischsprachige Songs spielen, gut an.

Silbermond setzen seit Jahren auf die deutsche Sprache. „Damit können wir ausdrücken, was wir sagen wollen“, erläutert Schlagzeuger Andreas. Und die Fans verstehen Silbermond - durch die Sprache und durch ihre Musik. „Wir machen weiter, bis ganz Hemer uns hört“, singt Frontfrau Stefanie zum Dank in dem Hit „Meer sein“.

9000 Menschen haben am Freitagabend rund zwei Stunden lang ein einmaliges Konzert erlebt und von rockigen Songs bis zu gefühlvollen Balladen die musikalische Vielfalt von Silbermond in vollen Zügen genossen. Ermöglicht wurde das nicht zuletzt durch das Sicherheitskonzept der Veranstalter in der Landesgartenschau. Zum ersten Mal hatte man den Forumsplatz bei einem Konzert für eine so große Menschenmenge geöffnet. Die Absperrung des gesamten Areals sowie die Unterteilung des Platzes mit sogenannten Wellenbrechern in drei Bereiche ließen ein Konzerterlebnis ohne drückende Enge zu. „Uns ist die Sicherheit unserer Fans sehr wichtig“, hatte Gitarrist Thomas im Gespräch zuvor betont. Mit großer Bestürzung hatte die Band die Nachricht von der Tragödie bei der Duisburger Love-Parade aufgenommen.

Das DRK Hemer, das mit 25 Helfern und einer Notärztin am Freitagabend in der Landesgartenschau war, freute sich, dass es abgesehen von einigen Kreislaufproblemen zu keinen größeren Einsätzen gerufen wurde.

In der LGS ging um kurz nach 23 Uhr das Musikerlebnis einer Band zu Ende, die nicht für, sondern mit ihren Fans ein Konzert gespielt hat und dafür buchstäblich auf Händen getragen worden ist. Ohne Zugaben ließ das Publikum Silbermond aber nicht von der Bühne. Und die Band spielte gleich mehrere.

Silke Wrona

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Kommentare
10.10.2010
17:57
Zwischen Rock und gefühlvollen Balladen
von ducca | #1

Sehr schöner Bericht.
War mein erstes Silbermond-Konzert in diesem Jahr und ich werde es nie mehr vergessen. Da sind solche Artikel doch immer schön zu lesen ;)
Auch Backstage eine echt tolle Band.

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